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Florian Siekmann
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Kann mich als schwuler nach der aussage vom Botschafter noch sicher fühlen?

Guten Abend Hr. Siekmann,

wie sie mitbekommen haben hat der Botschafter aus Katar, Homosexualität als geistigen schaden bezeichnet, wie ist ihre Stellung dazu?
kann mich nach der Aussage noch sicher fühlen?
Was sagen sie dazu dass die WM doch stattdindet?

Ich bitte um Stellungnahme

Mit freundlichen Grüßen
Nicolas G.

Frage von Nicolas G. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 14 Stunden 48 Minuten

Ich verurteile die homophoben Aussagen des katarischen WM-Botschafters Khalid Salman auf das Schärfste. Sie zeigen deutlich, dass die Vergabe der WM an Katar durch die FIFA ein Fehler war. Diese Vergabe fand bereits 2010 statt, auch seinerzeit war die schlechte Menschenrechtslage in Katar bekannt. Die FIFA muss endlich die Einhaltung der Menschenrechte zum Maßstab ihres Handelns machen, erst recht in Bezug auf die Vergabe der WM. Sie fügt dem internationalen Sport sonst einen dauerhaften Schaden zu.

Mit Blick auf die in Kürze startende WM gilt es jetzt vor allem diese Missstände deutlich anzusprechen und für die Zukunft Änderungen einzufordern. Hierzu muss auch der Deutsche Fußball-Bund als Mitgliedsorganisation der FIFA endlich Farbe bekennen und sich für Veränderungen einsetzen.

Die Bundesregierung hat mit Blick auf die schlechte Menschenrechtslage mehrfach Sicherheitsgarantien für WM Besucher eingefordert. Sowohl dem Außenministerium als auch dem Innenministerium wurde versichert, dass alle Fans erwünscht und willkommen seien. Der Premier- und Innenminister Katars hat Innenministerin Faser bei ihrem Besuch eine umfassende Garantie für Fans gegeben: „gleich, woher sie kommen, gleich, wen sie lieben, gleich, woran sie glauben“. Die jüngsten homophoben Ausfälle des WM-Botschafters Khalid Salman lassen daran jedoch zumindest Zweifel aufkommen. 

Ich persönlich werde nicht zur WM nach Katar reisen und kann das Fans, die sich dem LGBTIQ-Spektrum zugehörig fühlen, auch nicht empfehlen. Letztlich muss diese Abwägung aber jede Person für sich selbst treffen. In jedem Fall wünsche ich mir ein möglichst starkes Signal der Fans an die FIFA, das es so nicht weitergehen kann.

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