Felix Banasazak steht im Duisburger Stadtwald. Er hat die Hände zusammengelegt, sein Blick geht geradeaus in die Kamera.
Felix Banaszak
BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN
92 %
24 / 26 Fragen beantwortet
Zum Profil
Frage von Tim K. •

Grüne Steuerpläne / Kapitalerträge - Gibt es keine Möglichkeit, bei überreichen Vermögen anzusetzen, ohne normale Kapitalanleger anzugreifen?

Moin! Ich mache mir zunehmend Sorgen über die grassierende Ungleichheit im Land und überlege meine politische Heimat zu euch zu verlegen – habe aber große Unsicherheit bezüglich eurer Steuerpläne, neben der höheren geplanten ESt., gerade im Hinblick auf Kapitalerträge.

Der Zinseszinseffekt am Kapitalmarkt ist für Menschen aus der Mittelschicht heute das einzige realistische Instrument, die Rentenlücke zu schließen und ein kleines Stück sozialen Aufstieg zu ermöglichen – ohne Erbschaft, ohne Immobilie. Die Abschaffung der Abgeltungsteuer und Einführung von Sozialabgaben auf Kapitalerträge treffen genau diese Gruppe, nicht die wirklich Reichen.

Gibt es keine Möglichkeit, bei überreichen Vermögen anzusetzen, ohne normale Kapitalanleger anzugreifen?

Wäre es nicht ein schönes politisches Ziel, so vielen Menschen aus der Mitte wie möglich zu echtem Wohlstand zu verhelfen – statt eine permanente (untere) Mittelschicht ohne Vermögensperspektive zu zementieren?

Felix Banasazak steht im Duisburger Stadtwald. Er hat die Hände zusammengelegt, sein Blick geht geradeaus in die Kamera.
Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Sehr geehrter Herr K.,

vielen Dank für Ihre Frage.

Wir Grüne setzen uns für mehr Steuergerechtigkeit ein und wollen deshalb gezielt kleine und mittlere Einkommen entlasten. Bei einer Reform der Einkommensteuer ist für uns deshalb klar, dass die Steuerlast auch für mittlere Einkommen sinken muss, während Top-Verdiener*innen einen größeren Beitrag leisten können. Kapitalerträge wieder in die reguläre Einkommensteuer zu überführen, sollte auch aus unserer Sicht nicht zu einer Verschlechterung für Kleinsparer*innen führen, die zusätzlich fürs Alter vorsorgen wollen. Um die private Altersvorsorge zu stärken, setzen wir uns deshalb unter anderem für ein öffentliches Standarddepot ein und wollen die Kapitalerträge während der Ansparphase vollständig steuerfrei stellen (nähere Infos dazu hier: https://www.gruene-bundestag.de/unsere-politik/fachtexte/buergerfonds-statt-riester-20/). So sorgen wir für eine gerechtere Besteuerung von Kapitaleinkommen gegenüber Arbeitseinkommen und stärken gleichzeitig alle, die privat fürs Alter vorsorgen wollen.

Über die Einkommensteuer hinaus wollen wir auch bei den Sozialversicherungsbeiträgen entlasten und fordern deshalb die Krankenkassenbeiträge um 2 Prozentpunkte zu senken. Bei einem mittleren Einkommen würde die Entlastung bei 420 Euro im Jahr liegen (nähere Infos finden Sie dazu hier: https://www.gruene-bundestag.de/fileadmin/dateien/downloads/Beschluesse/Fraktionsbeschluss_GKV_29-04-2026.pdf). Von der Entlastung über die Sozialversicherungsbeiträge profitieren dabei alle Menschen, die in unsere Sozialsysteme einzahlen, wodurch diese Entlastung noch zielgenauer bei denen ankommt, die sie wirklich brauchen.

Überreiche haben in den letzten Jahrzehnten massiv an Vermögen zugelegt. Breite Schultern sollten auch mehr zahlen. Deshalb setzen wir uns für eine höhere Besteuerung von Überreichen ein, u.a. über eine gerechte Reform der Erbschaftsteuer als auch darüber hinaus.

Mit freundlichen grüßen
Team Banaszak

Was möchten Sie wissen von:
Felix Banasazak steht im Duisburger Stadtwald. Er hat die Hände zusammengelegt, sein Blick geht geradeaus in die Kamera.
Felix Banaszak
BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Weitere Fragen an Felix Banaszak