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Engin Eroglu
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Frage von Peter D. •

Wie rechtfertigen Sie ihr Abstimmumgsverhalten gegenüber Frau Singer, Landwirten und Verbrauchern die "gesunde" Lebensmittel produzieren und essen wollen?

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Antwort von FREIE WÄHLER

Vielen Dank für die Frage. Ich bin grundsätzlich offen für das MERCOSUR-Abkommen, weil es in einer geopolitisch zunehmend fragmentierten Welt die strategische Partnerschaft mit demokratischen Staaten in Südamerika stärkt.

Zudem eröffnet es neue Marktchancen für deutsche Unternehmen – vom Maschinenbau über die Industrie bis hin zu Dienstleistungen und dem Mittelstand – und sichert damit Arbeitsplätze und Wertschöpfung bei uns.

Gleichzeitig ist mir eines wichtig klarzustellen: MERCOSUR bedeutet nicht automatisch „ungesundes Essen“. Meine Zustimmung geht nicht mit einer Absenkung der Lebensmittelsicherheit in der EU einher. Alles, was hier verkauft wird, muss weiterhin die geltenden EU-Grenzwerte, etwa für Pestizidrückstände, einhalten und als sicher gelten – unabhängig vom Produktionsland. Diese Regeln gelten heute und sie gelten auch mit einem Handelsabkommen unverändert weiter.

Zudem ist MERCOSUR kein Freifahrtschein für Billigimporte. Das Abkommen enthält begrenzte Importquoten, Schutzklauseln bei Marktstörungen und eröffnet zugleich neue Absatzmärkte für europäische landwirtschaftliche Qualitätsprodukte.

Dass die MERCOSUR-Staaten nicht identische Produktions-, Umwelt- oder Tierwohlstandards haben, ist ein anderes Thema. Hier muss man jedoch auch selbstkritisch feststellen: Die EU ist bei einzelnen Vorgaben über das Ziel hinausgeschossen. Ein erheblicher Teil des Drucks auf unsere Landwirtschaft entsteht durch übermäßig komplexe bürokratische Regeln innerhalb der EU. Viele Betriebe fühlen sich weniger durch Importe als durch detaillierte Nachweis- und Dokumentationspflichten belastet – etwa bei Flächenerfassung, Umweltauflagen oder Berichtspflichten. Diese bringen wenig zusätzlichen Nutzen, aber verursachen hohe Kosten.

Ich bin überzeugt: Wer gesunde Lebensmittel in Europa sichern will, erreicht das nicht durch Abschottung. Entscheidend sind faire Wettbewerbsbedingungen, konsequente Kontrollen, Transparenz für Verbraucher sowie ein spürbarer Abbau unnötiger Bürokratie für unsere Landwirte.

Meine Abstimmung steht für ein starkes Europa. Ich nehme die Sorgen von MdEP Singer, von Landwirten sowie von Verbrauchern ernst – und bin überzeugt, dass das MERCOSUR-Abkommen wichtig für Deutschlands wirtschaftliche Stabilität ist, ohne auf Kosten gesunder Ernährung, von Umwelt- oder Landwirtschaftsschutz zu gehen.

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