„Wie rechtfertigen Sie es politisch und ökonomisch, dass der Großteil der staatlich finanzierten Rüstungsaufträge und -standorte seit Jahrzehnten in West- und Süddeutschland konzentriert ist?
Sehr geehrte Frau Kaiser,
große Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall oder Airbus Defence sind historisch vor allem in west- und süddeutschen Bundesländern wie Bayern oder Baden-Württemberg angesiedelt, während ostdeutsche Länder wie Sachsen deutlich geringere industrielle Dichte im Verteidigungssektor aufweisen.
Großaufträge gehen naturgemäß häufig an etablierte Unternehmen mit vorhandenen Produktionskapazitäten – wodurch bestehende regionale Konzentrationen eher verstärkt als aufgebrochen werden.
Unabhängige Analysen dazu finden sich u. a. bei:
Bundesrechnungshof (Berichte zur Beschaffungspraxis)
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW, industrie- und verteilungspolitische Analysen)
Ist die aktuelle Vergabepraxis rein marktbasiert nachvollziehbar – oder besteht ein strukturelles politisches Versäumnis, wenn Milliarden an Steuermitteln regionale Ungleichgewichte weiter verstärken, statt sie auszugleichen?
Danke
Mit freundlichen Grüßen

