Stimmen sie noch immer gegen die Anpassung des Renteneintrittsalters und wie rechtfertigen sie die hohen Renten von Beamten und Politikern ohne das sie in das Rentensystem eingezahlt haben?
In ihrem Profil https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/daniel-bettermann
gaben sie zur Bundestagswahl 2025 an, dass sie gegen eine Anpassung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung sind. Das spricht klar gegen die Reformpläne der Bundesregierung. Bleiben sie trotzdem bei ihrer Meinung und getreten sie diese auch weiterhin? (Ausschnitt: Renteneintrittsalter soll steigen, wenn die Lebenserwartung zunimmt.
Daniel Bettermann stimmt dagegen).
Sehr geehrter Herr Andreas M.,
vielen Dank für Ihre Kontaktaufnahme und das damit verbundene Interesse.
Auch in meinem persönlichen Umfeld gibt es viele Menschen, die früh ins Berufsleben eingestiegen sind, jahrzehntelang Beiträge zur Rentenversicherung geleistet oder körperlich und psychisch besonders belastende Tätigkeiten ausgeübt haben. Gerade sie verdienen Verlässlichkeit, Planungssicherheit und eine angemessene Anerkennung ihrer Lebensleistung.
Nach geltendem Recht steigt die Regelaltersgrenze bereits schrittweise auf 67 Jahre. Die Alterssicherungskommission empfiehlt nun, sie ab 2032 moderat an die weitere Entwicklung der Lebenserwartung zu koppeln. Gleichzeitig schlägt sie vor, den bisherigen abschlagsfreien Renteneintritt nach 45 Versicherungsjahren durch eine neue Schutzregelung für langjährig Versicherte zu ersetzen, die ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können. Diese Empfehlungen sind jedoch noch kein Gesetz und gehen teilweise über die Vereinbarungen des Koalitionsvertrags hinaus. CDU, CSU und SPD haben dort festgelegt, auf eine weitere Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters zu verzichten, stattdessen flexible Übergänge in den Ruhestand sowie freiwilliges längeres Arbeiten zu fördern und den abschlagsfreien Renteneintritt nach 45 Beitragsjahren beizubehalten.
Die Vorschläge der Kommission werden nun sorgfältig geprüft und politisch beraten. Für die SPD ist dabei entscheidend, dass die gesetzliche Rente verlässlich bleibt und die Lebensleistung langjährig Versicherter anerkannt wird. Eine steigende durchschnittliche Lebenserwartung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die gesundheitlichen Belastungen und Erwerbsbiografien der Menschen sehr unterschiedlich sind.
Perspektivisch soll die Rentenversicherung hin zu einer Versicherung für alle Erwerbstätigen umgebaut werden. Das ist eine Maßnahme, die ich ganz besonders unterstütze. Wir stärken damit die Akzeptanz des Systems und die gemeinsame Verantwortung. Als erster Schritt sollen künftig neue Selbstständige in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden. Auch Abgeordnete des Deutschen Bundestages und der Landesparlamente sollen künftig einzahlen. Reformen der gesetzlichen Rente sollen wirkungsgleich auf die Beamtenversorgung übertragen werden.
Eine Reform kann deshalb nur dann gerecht und tragfähig sein, wenn sie einen wirksamen Vertrauensschutz gewährleistet, faire Übergangsregelungen schafft und Menschen in besonders belastenden Berufen gezielt absichert.
Mit freundlichen Grüßen
Daniel Bettermann, MdB

