Stimmen Sie der automatischen Kopplung des Rentenalters zu, ja oder nein?
Sehr geehrte Frau Shaumia S.,
vielen Dank für Ihre Kontaktaufnahme und das damit verbundene Interesse.
Auch in meinem persönlichen Umfeld gibt es viele Menschen, die früh ins Berufsleben eingestiegen sind, jahrzehntelang Beiträge zur Rentenversicherung geleistet oder körperlich und psychisch besonders belastende Tätigkeiten ausgeübt haben. Gerade sie verdienen Verlässlichkeit, Planungssicherheit und eine angemessene Anerkennung ihrer Lebensleistung.
Nach geltendem Recht steigt die Regelaltersgrenze bereits schrittweise auf 67 Jahre. Die Alterssicherungskommission empfiehlt nun, sie ab 2032 moderat an die weitere Entwicklung der Lebenserwartung zu koppeln. Gleichzeitig schlägt sie vor, den bisherigen abschlagsfreien Renteneintritt nach 45 Versicherungsjahren durch eine neue Schutzregelung für langjährig Versicherte zu ersetzen, die ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können. Diese Empfehlungen sind jedoch noch kein Gesetz und gehen teilweise über die Vereinbarungen des Koalitionsvertrags hinaus. CDU, CSU und SPD haben dort festgelegt, auf eine weitere Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters zu verzichten, stattdessen flexible Übergänge in den Ruhestand sowie freiwilliges längeres Arbeiten zu fördern und den abschlagsfreien Renteneintritt nach 45 Beitragsjahren beizubehalten.
Die Vorschläge der Kommission werden nun sorgfältig geprüft und politisch beraten. Für die SPD ist dabei entscheidend, dass die gesetzliche Rente verlässlich bleibt und die Lebensleistung langjährig Versicherter anerkannt wird. Eine steigende durchschnittliche Lebenserwartung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die gesundheitlichen Belastungen und Erwerbsbiografien der Menschen sehr unterschiedlich sind.
Eine Reform kann deshalb nur dann gerecht und tragfähig sein, wenn sie einen wirksamen Vertrauensschutz gewährleistet, faire Übergangsregelungen schafft und Menschen in besonders belastenden Berufen gezielt absichert.
Mit freundlichen Grüßen
Daniel Bettermann, MdB

