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Bodo Ramelow
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Frage von Eric C. •

Sollte nach dem Mordversuch durch einen 13-Jährigen an einer berliner Schule nicht die Strafmündigkeit auf 12 Jahre heruntergesetzt werden?

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Ich halte nichts davon, die Strafmündigkeit auf 12 Jahre herabzusetzen. Kinder in diesem Alter sind noch nicht in der Lage, die volle Tragweite ihres Handelns zu begreifen. Sie brauchen Halt, Zuwendung und pädagogische Unterstützung und keine strafrechtliche Verfolgung. Wenn ein 13-Jähriger zu Gewalt greift, dann ist das ein Alarmzeichen für uns als Gesellschaft. Es weist auf Probleme hin, die oft in Armut, Vernachlässigung oder fehlender Betreuung liegen. Unsere Antwort darauf darf nicht Repression sein, sondern Prävention: mehr Schulsozialarbeit, psychologische Begleitung, gut ausgestattete Jugendämter und ein Umfeld, das Kindern Perspektiven gibt. Wer die Strafmündigkeit senkt, verschiebt die Verantwortung auf die Schwächsten, statt die Ursachen anzugehen. Kinder zu kriminalisieren führt nur zu Stigmatisierung und zerstört Chancen auf eine positive Entwicklung. Ich bin überzeugt: Sicherheit entsteht nicht durch härtere Strafen gegen Kinder, sondern dadurch, dass wir ihnen Schutz, Bildung und Zukunftsperspektiven bieten.

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