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Armand Zorn
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Frage von Jean G. •

Sie arbeiten in der Spritpreis-Taskforce. Wäre ein niedrigschwelliges Social-Leasing für E-Autos eine sinnvolle Ergänzung zur akuten Entlastung?

Hallo! Ich bin kommunalpolitisch aktiv. Hohe Spritpreise sind sozialer und politischer Sprengstoff, besonders für Menschen, die aufs Auto angewiesen sind, sich kein neues E-Auto leisten können und kaum einen bezahlbaren Gebrauchtmarkt vorfinden.

Warum nicht ein sehr niedrigschwelliges, staatlich flankiertes Social-Leasing: keine Anzahlung, z.B. 6 Monate Mindestlaufzeit, danach kurzfristig kündbar. Kein Anspruch auf Neuwagen, sondern auf eine Fahrzeugklasse. Rückläufer bleiben im Pool und werden günstiger weitervermietet.

KfW/Bund könnten einen Teil des Finanzierungs- und Restwertrisikos übernehmen, damit das Modell auch bei kleinerem Einkommen nicht an der Bonität scheitert. Hersteller und Leasingfirmen könnten den Betrieb übernehmen. So entstünde zugleich ein Gebrauchtmarkt und planbarere Nachfrage für die europäische Autoindustrie. Dazu gehört günstiges, unkompliziertes öffentliches Laden ohne eigene Wallbox. Das wäre mehr als Entlastung: ein dauerhafter Ausweg aus teurem Sprit.

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Antwort von SPD

Sehr geehrter Herr G., 

vielen Dank für Ihren konkreten Vorschlag. Ich halte den Grundgedanken eines niedrigschwelligen Social-Leasings für E-Autos für einen ernstzunehmenden Ansatz. Gerade Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen, die auf das Auto angewiesen sind, brauchen dauerhaft bezahlbare Alternativen zum Verbrenner und dürfen beim Umstieg auf Elektromobilität nicht ausgeschlossen werden. 

Mit der seit Mai 2026 geltenden sozial gestaffelten Förderung für Kauf und Leasing von Elektrofahrzeugen haben wir bereits einen wichtigen Schritt in diesem Sinne unternommen. Haushalte mit geringerem Einkommen erhalten dabei höhere Zuschüsse. Das ist allerdings noch kein Social-Leasing nach französischem Vorbild: Es gibt in Deutschland bislang keine besonders niedrige, staatlich flankierte Leasingrate, und auch junge gebrauchte Elektroautos werden von diesem Programm nicht erfasst. 

Deshalb finde ich es sinnvoll, weiter darüber zu diskutieren, wie Leasingmodelle gerade für Menschen mit wenig Eigenkapital und begrenzter Bonität zugänglicher werden können. Ihr Vorschlag, Rückläufer erneut zu günstigeren Konditionen anzubieten, kann dabei ein interessanter Baustein sein. Bei einer staatlichen Absicherung von Finanzierungs- oder Restwertrisiken müsste allerdings genau geprüft werden, wie öffentliche Mittel zielgerichtet eingesetzt und Mitnahmeeffekte vermieden werden können. 

Dabei muss man zugleich realistisch sein: Ein solches Modell wäre keine kurzfristige Antwort auf die derzeit hohen Kraftstoffpreise. Bevor ein bundesweites Social-Leasing funktionieren könnte, müssten unter anderem Förderbedingungen, Finanzierung und Risikoaufteilung geklärt, Anbieter eingebunden und ausreichend bezahlbare Fahrzeuge verfügbar gemacht werden. Auch ein größerer Bestand an günstigen Leasingrückläufern würde erst nach und nach entstehen. Ein solches Instrument könnte deshalb vor allem mittel- und langfristig dazu beitragen, mehr Menschen einen bezahlbaren Wechsel zur Elektromobilität zu ermöglichen. 

Genau deshalb führen wir derzeit zwei Debatten, die sich ergänzen müssen. Einerseits geht es darum, Menschen zu entlasten, die heute auf ihr Auto angewiesen sind und die hohen Kraftstoffpreise unmittelbar spüren. Andererseits müssen wir die strukturellen Voraussetzungen dafür schaffen, dass künftig deutlich mehr Menschen eine bezahlbare Alternative zum Verbrenner haben. Dazu gehören neben geeigneten Förder- und Leasingmodellen auch bezahlbare Fahrzeuge und ein dichtes, verlässliches öffentliches Ladenetz. Elektromobilität darf nicht davon abhängen, ob jemand ein Eigenheim und eine eigene Wallbox besitzt. 

Bei der kurzfristigen Entlastung sind wir inzwischen einen wichtigen Schritt weiter: Bund und Länder haben vereinbart, die Energiesteuer auf Benzin und Diesel bis Ende des Jahres zu senken. Einschließlich der Umsatzsteuer soll das die Preise um 17 Cent pro Liter entlasten. Gleichzeitig soll spätestens zum Jahresbeginn 2027 ein regulatorischer Spritpreisdeckel eingeführt werden, um überhöhten Preisaufschlägen an den Tankstellen entgegenzuwirken. Darüber hinaus setzt sich die Bundesregierung auf europäischer Ebene dafür ein, Krisenprofite der Mineralölwirtschaft stärker heranzuziehen. Für mich ist wichtig, dass wir damit sowohl unmittelbar auf die derzeitige Belastung reagieren als auch dauerhaft dafür sorgen, dass Menschen, die auf ihr Auto angewiesen sind, nicht unverhältnismäßig belastet werden. 

Entscheidend ist für mich, soziale Fairness, Klimaschutz und eine starke Automobilindustrie zusammenzubringen. Ihr Vorschlag liefert dafür einen interessanten Impuls, den ich gerne in die weitere politische Debatte mitnehme. 

Mit freundlichen Grüßen 

Armand Zorn

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