Können sie bitte unterstützen und für weitere Klärung sorgen?
Sehr geehrter Frau Zerr,
Gestern hat der Bundesausschuss fatale Honorarkürzungen für uns Psychotherapeuten ab dem 1. April 2026 beschlossen.
Ich habe meine Praxis in der Reutlinger Innenstadt und erlebe täglich die Not vieler Patienten welche einen Therapieplatz suchen, bei gleichzeitig knappen Ressourcen (begrenzte Anzahl Therapieplätze). Diese Kürzung ist für mich ein fatales Zeichen! Ich erbitte sie daher um Unterstützung:
Das Bundesgesundheitsministerium kann den Beschluss des Bewertungsausschusses in den nächsten zwei Monaten beanstanden.
Bitte geben sie diese Information in die entsprechenden Gremien weiter.
Herzliche Grüße,
Lea H.
Sehr geehrte Lea H.,
vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihr Engagement für Ihre Patient*innen.
Ich teile Ihr Anliegen und finde die aktuell laufenden Angriffe auf die psychotherapeutische Versorgung ganz fatal. Mich erreichen dazu zahlreiche Zuschriften und wir sind an dem Thema dran. Honorarabsenkungen treffen eine Versorgung, die ohnehin schon an ihre Grenzen stößt – bei monatelangen Wartezeiten auf einen Therapieplatz ist das (wie sie schon sagen) genau das falsche Signal. Ich stehe dazu mit unseren gesundheitspolitischen Sprecher Ates Gürpinar im Kontakt, der sich in zuständigen Gremium dagegen einsetzt.
Eine aktuelle Entwicklung, die Sie vielleicht schon kennen: Das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg hat am 9. Juli 2026 im Eilverfahren die sofortige Vollziehung des Bewertungsausschuss-Beschlusses ausgesetzt. Bis über die Klage der KBV rechtskräftig entschieden ist, darf die Honorarabsenkung also vorerst nicht angewendet werden. Das ist ein wichtiger Etappenerfolg, auch wenn die endgültige Entscheidung noch aussteht – wir bleiben an dem Thema dran.
Vom Bundesgesundheitsministerium ist hier leider wenig Einsatz zu erwarten.
Mit solidarischen Grüßen
Anne Zerr

