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Angelika Glöckner
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Frage von Hajo H. •

Nach den neuen Rentenplänen muss ich ca. 50 Jahre einzahlen, um die abschlagsfreie Rente zu erhalten. Was ist daran sozial oder gerecht?

Sehr geehrte Frau Glöckner,Ich bin Jahrgang 1968 und kann derzeit mit 65 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. Dann habe ich aber bereits 47 Jahre lang Beiträge gezahlt. In Deutschland liegt der Durchschnitt der Erwerbstätigkeit meines Wissens bei 40 Jahren. Nach den neuen Rentenplänen muss ich bis 67 Jahre und 4 Monate arbeiten, also fas 50 Jahre. Was finden Sie daran gerecht?Die Wirtschaft hält das angesichts des Fachkräftemangels für gerecht, hält aber an der Rente nach 35 Jahres fest genauso wie Sie. Das ist doch sinnwidrig oder geht es nur darum, dass Beschäftigte früher in Rente gehen sollen um Abschläge vornehmen zu können?Das Argument Generationengerechtigkeit kann auch nicht greifen. Viele junge Menschen fangen doch erst später an zu arbeiten. Wo ist die Verantwortung dieser Menschen gegenüber der Versichertengemeinschaft. Man kann die Verantwortung nicht immer auf die ältere Generation schieben.

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Antwort von SPD

Sehr geehrter Herr H.,

haben Sie vielen Dank für Ihre Zuschrift und Ihre Frage.

Wenn Sie schreiben, dass Sie mit Jahrgang 1968 bereits 47 Jahre lang Beiträge eingezahlt haben werden, verdient diese Lebensleistung meinen allerhöchsten Respekt. Um es ganz unmissverständlich zu sagen: Ich teile Ihre Kritik.

Es geht an der Lebensrealität völlig vorbei, von Beschäftigten, die früh ins Berufsleben eingestiegen sind und fast ein halbes Jahrhundert lang gearbeitet haben, noch längeres Arbeiten zu verlangen. Die abschlagsfreie Rente nach jahrzehntelanger Beitragszahlung ist eine Frage des Respekts und der sozialen Gerechtigkeit – sie darf nicht entwertet werden, nur um Abschläge zu erzwingen.

Auch Ihr Punkt zur Generationengerechtigkeit ist absolut richtig: Wir können die Verantwortung für den demografischen Wandel nicht einseitig denjenigen aufbürden, die unser Land mit ihrer Arbeit über Jahrzehnte getragen haben. Gerechtigkeit bedeutet vielmehr, dass wir die Lasten auf möglichst breite und alle Schultern verteilen. Genau deshalb ist es mein erklärtes politisches Ziel, die gesetzliche Rente zu einer solidarischen Erwerbstätigenversicherung umzubauen, in die alle einzahlen – auch Selbstständige, wir Abgeordnete und Beamtinnen und Beamte.

Bei den aktuellen Berichten der Alterssicherungskommission (ASK) handelt es sich erst um Vorschläge, keineswegs um beschlossene Gesetze. Im anstehenden parlamentarischen Verfahren werde ich mich als Ihre Abgeordnete mit aller Kraft für einen starken Vertrauensschutz und gegen unfaire Belastungen einsetzen.

Ich danke Ihnen für Ihren Impuls, der mir für meine Arbeit in Berlin sehr wichtig ist.

Mit freundlichen Grüßen Angelika Glöckner, MdB

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