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Andreas Lenz
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Wie ist der heutige Stand bei der Entwicklung und Anwendung von Smart-Dust (Schlauer Staub)? Sehen Sie hier Gefahren?

Sehr geehrter Herr Lenz,

Smart Dust – ist ein drahtloses Sensornetzwerk, bei der mikroskopisch kleine mit Sensoren ausgestattete elektromechanische Mikrosysteme, beziehungsweise Nanosysteme, untereinander kommunizieren und Informationen austauschen können.
https://en.wikipedia.org/wiki/Smartdust
https://de.wikipedia.org/wiki/Mikrosystem_(Technik)
https://de.wikipedia.org/wiki/Nanoelektromechanisches_System

Wie weit ist die zivile und militärische Nutzung von Smart-Dust heute fortgeschritten? Wo genau und für was wird diese Technik genutzt? Sehen sie Gefahren bei dieser Technologie? Wurde im Bundestag das Thema behandelt?

Mit freundlichen Grüßen

Frage von Reinhard G. am
Thema
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 1 Woche 5 Tage

Sehr geehrter Herr G.,

Vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Interesse.

Der Begriff „Smart Dust“ bezieht sich auf ein Forschungsprojekt der Forschungsabteilung der US-amerikanischen Behörde DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency) und hat damit einen militärischen Ursprung. Ziel des Projektes war die Entwicklung miniaturisierter Sensor-Systeme in der Größe eines Sandkorns. Weltweit ist bis heute allerdings kein Land bekannt, das diese Anwendung reguliert oder gar zugelassen hat.  Das gilt sowohl für den zivilen als auch militärischen Bereich. Dennoch kann die Miniaturisierung von klassischen Sensoren sicherlich potentiell zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten im zivilen Bereich bieten.

Denkbare Anwendungsmöglichkeiten von Sensoren bei zunehmender Miniaturisierung sind etwa Industrie 4.0, das Internet der Dinge oder die Medizintechnik. Vorteile sind beispielsweise mehr Energiesparsamkeit oder dezentrale Datenauswertung. Für atmosphärische Messungen ist eine Anwendbarkeit von Nanosensoren nach derzeitigem Stand nicht gegeben.

Gleichwohl steht der Einsatz derartiger Sensoren noch vor erheblichen technologischen Herausforderungen, beispielsweise bezüglich Energieversorgung oder Datenverarbeitung. Herausforderungen bestehen auch im Hinblick auf Datenschutz und Datensicherheit und den Schutz vor Hackerangriffen, wie bei vielen anderen neuen digitalen Technologien auch.

Der Bund fördert die Forschung in diesen Bereichen, um den Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Anwendung zu beschleunigen, mit dem vorrangigen Ziel der Stärkung des Industrie- und Innovationsstandorts Deutschland.

Im Bundestag ist dieses Thema beispielsweise im Zuge einer Anfrage auf Drucksache 19/19692 mitsamt der Antwort der Bundesregierung auf Drucksache 19/20246 behandelt worden.

Bei Rückfragen stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung, gerne auch direkt via: andreas.lenz@bundestag.de

Freundliche Grüße

Andreas Lenz

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