Bekämpfung von Armut in der EU bis 2035

Das EU-Parlament hat einen Initiativbericht zur geplanten EU-Strategie der Kommission zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung angenommen. Die Abgeordneten fordern eine stärkere Koordinierung auf EU-Ebene und verlangen, dass Armut ausdrücklich als Verletzung der Menschenwürde und als Verstoß gegen grundlegende Menschenrechte anerkannt wird. Ziel müsse sein, Armut in der EU spätestens bis 2035 zu beseitigen, unter anderem durch besseren Zugang zu bezahlbaren lebensnotwendigen Gütern, zu öffentlichen Dienstleistungen und zu bezahlbarem Wohnraum. Hintergrund ist, dass 2024 rund 93,3 Millionen Menschen in der EU von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht waren, darunter etwa 20 Millionen Kinder. Das Parlament weist darauf hin, dass die bisherigen EU-Ziele bis 2030 zwar eine Verringerung vorsehen, aber weiterhin Millionen Menschen in Armut zurücklassen würden. 

Der Bericht hebt außerdem hervor, dass bestimmte Gruppen – etwa Kinder, Alleinerziehende, Frauen, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen sowie Migrant:innen – besonders gefährdet sind. Gefordert werden deshalb unter anderem Maßnahmen für faire Löhne, bessere Arbeitsbedingungen, wirksamere soziale Sicherungssysteme und ein stärkerer Kampf gegen Diskriminierung und Stigmatisierung von Armutsbetroffenen. Zudem sollen Betroffene stärker an der Ausgestaltung und Bewertung der Strategie beteiligt werden, etwa über nationale Aktionspläne, Koordinator:innen in den Mitgliedstaaten und eine regelmäßige europäische Überprüfung der Fortschritte.

Achtung: Die rechts dargestellten Abstimmungsergebnisse spiegeln nur das Abstimmungsverhalten der 96 deutschen EU-Abgeordneten wider und nicht das aller 720 EU-Abgeordneten.

Der Initiativbericht wurde insgesamt mit 385 Ja-Stimmen zu 141 Nein-Stimmen bei 53 Enthaltungen angenommen. Von den deutschen EU-Abgeordneten stimmten 58 dafür und 17 dagegen. Es gab vier Enthaltungen.

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Dafür gestimmt
58
Dagegen gestimmt
17
Enthalten
4
Nicht beteiligt
17
Abstimmungsverhalten von insgesamt 96 Abgeordneten.
Name Absteigend sortieren FraktionWahlkreisStimmverhalten
Portrait von Moritz KörnerMoritz KörnerRenew Enthalten
Portrait von Sergey LagodinskySergey LagodinskyGrüne/EFA Nicht beteiligt
Portrait von Bernd LangeBernd LangeS&D Dafür gestimmt
Katrin LangensiepenKatrin LangensiepenGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von Peter LiesePeter LieseEVP Dafür gestimmt
Portrait von Norbert LinsNorbert LinsEVP Dafür gestimmt
Portrait von Erik MarquardtErik MarquardtGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von David McAllisterDavid McAllisterEVP Dafür gestimmt
Alexandra MehnertEVP Dafür gestimmt
Portrait von Verena MertensVerena MertensEVP Nicht beteiligt
Hans NeuhoffESN Dagegen gestimmt
Dr Hannah NeumannHannah NeumannGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von Angelika NieblerAngelika NieblerEVP Nicht beteiligt
Portrait von Maria NoichlMaria NoichlS&D Dafür gestimmt
Portrait von Jan-Christoph OetjenJan-Christoph OetjenRenew Enthalten
Portrait von Jutta PaulusJutta PaulusGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von Friedrich PürnerFriedrich Pürnerfraktionslos Dafür gestimmt
Portrait von Dennis RadtkeDennis RadtkeEVP Dafür gestimmt
Portrait von Terry ReintkeTerry ReintkeGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von René RepasiRené RepasiS&D Dafür gestimmt
Die Europaabgeordnete Sabrina Repp hat lange blonde Haare und ein schwarzes Oberteil an. Sie lächelt auf dem Bild, das einen roten Hintergrund hat.Sabrina ReppS&D Dafür gestimmt
Portrait von Nela RiehlNela RiehlGrüne/EFA Dafür gestimmt
MdEP Manuela Ripa (ÖDP)Manuela RipaEVP Dafür gestimmt
Portrait von Oliver SchenkOliver SchenkEVP Dafür gestimmt
Martin SchirdewanMartin SchirdewanThe Left Dafür gestimmt