Verfassungsänderung zur Einsetzung von Untersuchungsausschüssen

Bevor sich der neu gewählte 19. Landtag am 18. Mai 2026 konstituiert, hat der bisherige rheinland-pfälzische Landtag in einer Sondersitzung über eine Änderung der Landesverfassung zur Einsetzung von Untersuchungsausschüssen beraten. Anlass ist  ein Gesetzentwurf der Fraktionen von SPD, CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, mit dem das notwendige Minderheitenquorum für die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses angehoben werden soll.

Die drei Fraktionen begründen den Vorstoß mit dem Erstarken der AfD und der Sorge, Untersuchungsausschüsse könnten für politische Zwecke missbraucht werden. Durch die geplante Neuregelung wäre es der AfD trotz ihrer deutlich größeren Fraktion im neuen Landtag nicht möglich, Untersuchungsausschüsse eigenständig einzusetzen.

Bislang kann ein Untersuchungsausschuss auf Antrag von einem Fünftel der Abgeordneten eingesetzt werden. Künftig soll dafür ein Viertel der Mitglieder des Landtags erforderlich sein, ähnlich wie in mehreren anderen Landesparlamenten. Im neu gewählten 19. Landtag mit 105 Abgeordneten wären dafür 27 Stimmen notwendig. Die AfD wird dort mit 24 Abgeordneten vertreten sein.

Für eine Änderung der Landesverfassung sind insgesamt drei Beratungen im Landtag sowie eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Infolge der Verfassungsänderung müssten anschließend auch das Untersuchungsausschussgesetz sowie die Geschäftsordnung des Landtags angepasst werden.

Die Verfassungsänderung wurde in der Schlussabstimmung mit 79 Ja-Stimmen aus den Fraktionen der SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU angenommen. Dagegen stimmten zwölf Abgeordnete aus den Fraktionen der AfD und FW, vier Abgeordnete enthielten sich, darunter auch Bernhard Braun (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). In der Fraktion der FDP gab es eine Gegenstimme von Stefan Thoma, eine Stimme dafür von Cornelia Willius-Senzer sowie drei Enthaltungen.

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Dafür gestimmt
79
Dagegen gestimmt
12
Enthalten
4
Nicht beteiligt
6
Abstimmungsverhalten von insgesamt 101 Abgeordneten.
Name Absteigend sortieren FraktionWahlkreisStimmverhalten
Portrait von Susanne MüllerSusanne MüllerSPD13 - Remagen/Sinzig Dafür gestimmt
Portrait von Tamara MüllerTamara MüllerSPD23 - Bernkastel-Kues/Morbach/Kirchberg (Hunsrück) Dafür gestimmt
Portrait von Patric MüllerPatric MüllerSPD29 - Mainz III Dafür gestimmt
Portrait von Jens MünsterJens MünsterCDU Dafür gestimmt
Portrait von Hans Jürgen NossHans Jürgen NossSPD19 - Birkenfeld Dafür gestimmt
Portrait von Benedikt OsterBenedikt OsterSPD15 - Cochem-Zell Dafür gestimmt
Janick PapeCDU3 - Linz am Rhein/Rengsdorf Dafür gestimmt
Portrait von Joachim PaulJoachim PaulAfD9 - Koblenz Dagegen gestimmt
Portrait von Andreas RahmAndreas RahmSPD44 - Kaiserslautern I Dafür gestimmt
Portrait von Jaqueline RauschkolbJaqueline RauschkolbSPD40 - Donnersberg Dafür gestimmt
Portrait von Katrin Rehak-NitscheKatrin Rehak-NitscheSPD52 - Wörth am Rhein Dafür gestimmt
Portrait von Christof ReichertChristof ReichertCDU48 - Pirmasens Dafür gestimmt
Portrait von Matthias ReuberMatthias ReuberCDU2 - Altenkirchen (Westerwald) Dafür gestimmt
Portrait von Lars RiegerLars RiegerCDU24 - Trier/Schweich Dafür gestimmt
Portrait von Lothar RommelfangerLothar RommelfangerSPD26 - Konz/Saarburg Dafür gestimmt
Portrait von Daniel SchäffnerDaniel SchäffnerSPD46 - Kaiserslautern-Land Dafür gestimmt
Portrait von Pia SchellhammerPia SchellhammerBÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN32 - Rhein-Selz/Wonnegau Dafür gestimmt
Portrait Claus SchickClaus-René SchickSPD43 - Neustadt an der Weinstraße Dafür gestimmt
Portrait von Martin Louis SchmidtMartin Louis Schmidtfraktionslos49 - Südliche Weinstraße Nicht beteiligt
Portrait von Daniela SchmittDaniela SchmittFDP34 - Alzey Enthalten
Portrait von Marion SchneidMarion SchneidCDU37 - Ludwigshafen am Rhein II Dafür gestimmt
Portrait von Petra SchneiderPetra SchneiderCDU13 - Remagen/Sinzig Dafür gestimmt
Portrait von Gordon SchniederGordon SchniederCDU20 - Vulkaneifel Dafür gestimmt
Portrait von Gregory ScholzGregory ScholzSPD37 - Ludwigshafen am Rhein II Dafür gestimmt
Ralf SchönbornAfD16 - Rhein-Hunsrück Dagegen gestimmt