Wie rechtfertigen Sie Ihr Ja zur GKV-Reform, wenn Pflichtbeiträge gezahlt werden, aber wegen Budgets notwendige Leistungen – gerade U-Untersuchungen für Kinder – nicht sicher verfügbar sind?
Als gesetzlich Versicherter bin ich verpflichtet, Beiträge zu zahlen. Gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass die tatsächliche Verfügbarkeit notwendiger medizinischer Leistungen zunehmend eingeschränkt ist – etwa durch begrenzte Budgets in Arztpraxen, wenn im Quartal keine weiteren Behandlungsmöglichkeiten bestehen.
Besonders problematisch finde ich das bei Kindern: Wie sollen Eltern sicherstellen, dass notwendige U-Untersuchungen innerhalb der vorgesehenen Zeiträume stattfinden, wenn Praxen aufgrund von Budget- oder Kapazitätsgrenzen keine Termine mehr anbieten?
Wie stellt die Reform sicher, dass den verpflichtend Versicherten im Bedarfsfall auch tatsächlich die notwendige medizinische Versorgung zur Verfügung steht?
Sehr geehrter Herr F.,
vielen Dank für Ihre Anfrage, in der Sie Ihre Sorge über die Auswirkungen des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes auf die ambulante ärztliche Versorgung thematisieren.
Mit diesem Gesetz wurden wesentliche Schritte für eine nachhaltige Finanzierung der GKV eingeleitet. Doch dabei soll es nicht bleiben: In den nächsten Monaten wird die FinanzKommission Gesundheit einen zweiten Bericht vorlegen. Hier geht es darum, Reformvorschläge zu entwickeln, die sich insbesondere auf die Strukturen des Gesundheitswesens konzentrieren.
Unter anderem wird bereits an einem Primärarztsystem gearbeitet (, das auch von vielen Hausärzten gefordert wird), um Patienten besser zum richtigen Ansprechpartner begleiten zu können. Auch Bürokratieabbau wird ein großes Thema sein.
Ziel ist, die hohe Qualität der medizinischen Versorgung zu erhalten, die nachhaltige Finanzierung langfristig abzusichern und Arzttermine dort schneller verfügbar zu machen, wo sie medizinisch notwendig sind.
Mit freundlichen Grüßen
Ulrich Lange

