Worauf stützen Sie Ihre Einschätzung zu den Folgen des GKV-FinStG für die Psychotherapie? Welche psychotherapeutischen Fachpersonen wurden einbezogen bzw. werden noch gehört?
Sehr geehrter Herr Sorge,
mit großer Sorge verfolge ich als die möglichen Auswirkungen des Beitragsstabilisierungsgesetzes auf die psychotherapeutische Versorgung. Viele PatientInnen sind bereits heute mit langen Wartezeiten und begrenzten Therapieplätzen konfrontiert – umso entscheidender ist es, dass politische Entscheidungen hier auf einer fundierten und praxisnahen Grundlage getroffen werden.
Daher möchte ich Sie herzlich bitten, mir folgende Fragen zu beantworten:
* Auf welche konkreten Studien, Daten oder fachlichen Einschätzungen stützen Sie Ihre Bewertung der Auswirkungen des Gesetzes auf die Qualität der psychotherapeutischen Versorgung?
* Welche psychotherapeutisch tätigen Personen wurden bislang in Ihre Entscheidungsfindung einbezogen?
* In welcher Form planen Sie, künftig die Perspektiven von praktizierenden Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten systematisch einzubinden?
Folgekosten von Einsparung bei Gesundheit sind langfristig teuer für die ganze Gesellschaft!
Sehr geehrte Frau B.,
vielen Dank für Ihre Fragen.
Die Einschätzung der Auswirkungen des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes auf die psychotherapeutische Versorgung stützt sich auf die Auswertung von Daten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, des Gemeinsamen Bundesausschusses, der GKV und auf die gesundheitsökonomischen Analysen zur Entwicklung der Ausgaben in der GKV. Dabei werden unterschiedliche Faktoren wie zum Beispiel Versorgungskapazitäten und auch Wartezeiten berücksichtigt.
Selbstredend ist uns im Bundesministerium für Gesundheit bewusst, dass die psychotherapeutische Versorgung bereits heute erheblichen Belastungen ausgesetzt ist. Nicht nur deshalb betrachten wir mögliche Auswirkungen finanzpolitischer Maßnahmen mit besonderer Sorgfalt.
Unser übergeordnetes Ziel bleibt es, eine qualitativ hochwertige, flächendeckende und bedarfsgerechte Versorgung psychisch kranker Menschen zu gewährleisten.
Mit freundlichen Grüßen

