Als Psychotherapeutin mit halbem Sitz betreibe ich eine voll ausgelastete Kassenpraxis. Nun drohen Budgetierung und ein Wegfall von ca. 25% der Plätze. Wohin können sich die Pat. dann wenden?
Sehr geehrter Herr Sorge,
die Situation betrifft ca 70% aller psychotherapeutischen Kassenpraxen. Das GKV-Stabilisierungsgesetz wird dazu führen, dass unsere Leistungen budgetiert und gedeckelt werden und wir massive Versorgungseinbrüche erleben werden. Der Großteil meiner PatientInnen ist so schwer erkrankt, dass Angebote wie Digas und Beratungen nicht ausreichen. Ich weiß nicht, wohin ich diese Menschen dann verweisen soll.
Ein Problem unserer Berufsgruppe ist, dass wir im Verborgenen arbeiten und nicht offen über die Behandlungen sprechen können, die wir durchführen. Aber seien Sie versichert, dass meine Berufsgruppe direkt daran arbeitet, dass Menschen wieder aktiv an dieser Gesellschaft teilhaben können, wieder arbeiten gehen können, eine Ausbildung absolvieren können etc. Psychotherapie ist dadurch wirtschaftlich sinnvoll.
Ich weiß nicht, ob ich meine Praxis überhaupt noch unter den neuen Bedingungen fortführen kann. Ich sehe hier nur Kosten, wo ist der Nutzen?

