Timon Gremmels
Timon Gremmels
SPD
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Wie erläutern Sie Ihr klares "Ja" zum Windenergiestandort Reinhardswald mit möglichen bis zu 140 Windkraftanlagen (vgl. HNA v.1.2.21) nicht nur unter einseitigen wirtschaftlichen Kriterien?

Sehr geehrter Herr Gremmels,
Sie haben sich ganz eindeutig und uneingeschränkt für einen Windenergiepark im Reinhardswald mit bis zu 140 Windkraftanlagen ausgesprochen und im o.a. Interview deutlich gemacht, dass es Ihnen um "Wertschöpfung in der Region" gehe.
Bitte erläutern Sie mir, auf welche Weise Sie sicherstellen, dass Sie nicht nur diese einseitige wirtschaftliche Betrachtungsweise vertreten, sondern dass Sie sich auch mit diversen ökologischen Fragen rund um Waldzerstörung und Vernichtung/Dezimierung streng geschützter Tierarten auseinandergesetzt haben.
Freundliche Grüße, Dr. Gisela F., Hofgeismar

Frage von Dr. Gisela F. am
Thema
Timon Gremmels
Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 21 Stunden 57 Minuten

Sehr geehrte Frau Dr. F.,

im Gutsbezirk Reinhardswald werden keine 140 Windkraftanlagen stehen. Die Gemarkungsgrenze des Naturpark Reinhardswald ist mehr als doppelt so gross! Aber auch hier halte ich 140 Anlagen für hochgegriffen. Klar ist aber, dass - wenn wir die Ziele der Klimaneutralität 2045 schaffen wollen - wir auch auf Windkraft im Wald angewiesen sind.

Grundlage aller Planungen ist der Regionalplan, den die Regionalversammlung nach intensiven Diskussionen unter Berücksichtigung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und nach mehrfacher Offenlagen und Bürgerbeteiligung mit grosser Mehrheit verabschiedet hat. Die Entscheidung ist also demokratisch breit legitimiert.

In der Tat räumt der Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP dem Ausbau der erneuerbaren Energien bei einer Güterabwägung Vorrang ein. Das ist aus meiner Sicht auch richtig so. Die größte Gefahr für den (Reinhards-)Wald sind keine Windkraftanlagen, sondern der Klimawandel. Die Trockenheit der vergangenen Jahre mit der damit verbundenen Borkenkäferplage haben viel größere Schäden angerichtet, als es die Windkraft jemals tun wird. Klar ist aber auch, dass für den Eingriff in den Wald, Ausgleichs- und Aufforstungsmaßnahmen nötig sind. Das wird dazu führen, dass wir am Ende sogar mehr Wald haben werden, der darüber hinaus auch noch residierter ist.

Mit freundlichen Grüßen,

Timon Gremmels, MdB

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