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Thorsten Frei
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Frage von Yvonne F. •

Werden Sie das PNOG und das GKV-Stabilisierungsgesetz in dieser Form ablehnen und stattdessen die Rückzahlung der Milliarden-Schulden des Bundes an unsere Sozialkassen einfordern?

Sehr geehrter Herr Frei, angesichts der aktuellen Reformpläne bin ich zutiefst besorgt. Das Pflegeneuordnungsgesetz und das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz drohen zu einer sozialen Katastrophe zu werden. Statt echter Strukturreformen setzen sie auf massive Leistungskürzungen und extreme Mehrbelastungen für die Bürger: Beim PNOG drohen härtere Kriterien bei der Vergabe von Pflegegraden, die Streichung der Verhinderungspflege sowie Rentenkürzungen für pflegende Angehörige. Beim GKV-Gesetz drohen drastisch steigende Zusatzbeiträge, Leistungskürzungen und eine extreme Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze. Das ist unzumutbar, solange der Bund der Pflegekasse 5,2 Mrd. € Corona-Mittel schuldet und den Krankenkassen jährlich 10 Mrd. € für versicherungsfremde Leistungen vorenthält.

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Antwort von CDU

Sehr geehrte Frau F.,

selbstverständlich  unterstütze ich das von der Bundesregierung erarbeitete Paket, an dem ich persönlich intensiv mitgewirkt habe. Dennoch verstehe Ihre Sorge, dass Reformen in Pflege und Gesundheit nicht zu einer sozialen Schieflage führen dürfen. Bei der Pflegeversicherung gilt für mich: Sie muss dauerhaft finanziell stabil bleiben, aber Reformen dürfen nicht einfach zulasten derjenigen gehen, die pflegen oder auf Leistungen angewiesen sind. Dass der Bund gesamtgesellschaftliche Lasten nicht dauerhaft den Sozialkassen aufbürden darf, sehe ich ebenfalls so. Gleichzeitig brauchen wir strukturelle Reformen, damit Beitragsstabilität nicht nur über Darlehen oder kurzfristige Maßnahmen erkauft wird. Beitragsstabilität darf nicht auf Kosten der Versorgungssicherheit gehen. Unabhängig davon steht die Stabilität der Sozialversicherungen als Ganzes auf dem Spiel. Wir müssen uns im Klaren sein, dass auch Liebgewonnenes zur Disposition steht. Sonst werden wir die Finanzlücken nicht schließen können und die Sozialversicherungen nicht zukunftsfähig gestalten können. Dabei gibt es übrigens nicht nur Schwarz-weiß-Lösungen, sondern viele Schattierungen. Zumal der Bund die Sozialsysteme schon heute mit Milliardenzahlungen über Wasser hält.

Mit freundlichen Grüßen

Thorsten Frei

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