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Thorsten Frei
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Frage von Dominik B. •
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Warum nehmen Sie ausbleibende Binnennachfrage in Kauf, statt die fiskalische Armutslücke durch eine Abgabe (1,5%) auf das weitgehend immobile Anlagevermögen des reichsten 1% zu schließen?

Sehr geehrter Herr Frei,

laut den offiziellen EU-SILC Erstergebnissen für 2025 (Destatis, Pressemitteilung vom 26.02.2026) gelten 16,1 % der Bevölkerung in Deutschland als armutsgefährdet. Die aggregierte Armutslücke – also der Betrag, der diesen Menschen rechnerisch zur Erreichung der Armutsrisikoschwelle fehlt – wird in Verteilungsanalysen auf rund 85 Mrd. € jährlich geschätzt. Dem steht gegenüber, dass das reichste 1 % der Bevölkerung gut ein Drittel des gesamten privaten Nettovermögens besitzt (DIW Berlin, DIW aktuell Nr. 2026-211).

Eine Abgabe von 1,5 % auf diese Top-Vermögen deckt diese Lücke rein rechnerisch. Da die langfristige Vermögensrendite historisch über der wirtschaftlichen Wachstumsrate liegt (vgl. Piketty, "Das Kapital im 21. Jahrhundert"), bleibt die Substanz im Trend geschont. Untere Einkommen haben eine Konsumquote nahe 100 %; das Geld flösse somit direkt in den Binnenmarkt.

Auf welcher empirischen Datengrundlage lehnen Sie diesen Lösungsansatz ab?

MFG B.

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