Warum duldet die Regierung, dass staatlich berufene Berater (wie K. Reiche) auf EU-Ebene gegen die Klimaziele des eigenen Koalitionsvertrags (z.B. bei der EU-Methan-Richtlinie) lobbyieren?
Guten Tag Hr Frei,
aktuelle Berichte und Recherchen (u.a. von Nichtregierungsorganisationen wie LobbyControl) dokumentieren eine besorgniserregende Diskrepanz in der Regierungsarbeit.
Akteure wie Katharina Reiche nutzen ihre durch die Regierung verliehene Autorität als Vorsitzende des Nationalen Wasserstoffrates, um in Brüssel – etwa bei der EU-Methan-Richtlinie – Positionen im Sinne der Gasindustrie durchzusetzen. Diese Aufweichung von Umweltstandards steht im direkten Widerspruch zu den Klimaschutzzielen, die im Koalitionsvertrag verbindlich vereinbart wurden.
Es entsteht der fatale Eindruck eines institutionellen Kontrollverlusts: Staatlich legitimierte Gremien entwickeln eine Lobby-Eigendynamik gegen das demokratisch gewählte Regierungsprogramm, während das Parlament tatenlos zusieht.
Mit welcher Rechtfertigung lassen Sie zu, dass staatliche Beratergremien den eigenen Koalitionsvertrag torpedieren?
Welche konkreten Sanktions- oder Kontrollmechanismen planen Sie?
MFG D. B.

