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Thomas Gebhart
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Frage an Thomas Gebhart von Angelika D. bezüglich Bildung und Erziehung

Sehr geehrter Herr Gebhart,
mein 3 Jahre alter Sohn ist mit Autismus diagnostiziert worden. Es war ein riesiger Affentanz einen geeigneten Kindergartenplatz für ihn zu bekommen, weil es viel mehr besondere Kinder als Plätze gibt. Zudem sind die zuständigen Stellen und Förderzentren überlastet, so dass man Monate bis zu einem Jahr auf Therapiemöglichkeiten warten muss. Ein Jahr, bei einem mitten in der Entwicklung steckenden Kind ist sehr lange, so wie es für einen Erwachsenen 5 bis 10 Jahre wären. Wie möchten Sie konkret diese Situation angehen, um es den Kindern und den Familien zu erleichtern? Vielen Dank!

Frage von Angelika D. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 5 Tage 1 Stunde

Sehr geehrte Frau Dössinger-Sparks,

vielen Dank für Ihre Frage und Ihre persönlichen Schilderungen. Ich kann gut nachvollziehen, was es für Eltern bedeutet, für Ihre Kinder mit besonderen Bedürfnissen, die bestmögliche Unterstützung und Versorgung zu erhalten. Für die Kraft, die Anstrengungen und die Zeit, die sie aufwenden, gebührt besonders diesen Eltern der Respekt und die Anerkennung unserer Gesellschaft.

Sie schildern in Ihrer Nachricht einige Anknüpfungspunkte, bei denen die Politik unterstützen könnte: Sie erwähnen Kindergartenplätze und Therapiemöglichkeiten. Kindergartenplätze liegen in der Verantwortung der einzelnen Bundesländer. Gleiches gilt später für Schulplätze. Hier wären die Landtagsabgeordneten geeignete Ansprechpartner.

Mit Blick auf die Therapiemöglichkeiten haben wir im Bund in dieser Legislaturperiode zum Beispiel die sogenannten Heilmittelerbringer gestärkt. Dazu gehören u.a. Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden. Wir haben die Grundlagen gelegt, dass die therapeutische Tätigkeit besser entlohnt werden kann und damit attraktiver wird, damit mehr Angebote in diesem Bereich entstehen. Dabei war es besonders wichtig, dass sichergestellt wurde, dass im ganzen Bundesgebiet gleiche Preise und gleiche Leistungen erbracht werden, um die vorher bestehende Ungleichbehandlung zwischen Heilmittelerbringern in den verschiedenen Bundesländern zu beenden. Aber nicht nur durch eine bessere Entlohnung, sondern auch durch eine Steigerung der therapeutischen Verantwortlichkeit der Heilmittelerbringer mit der sogenannten Blankoverordnung wurde die Tätigkeit gestärkt. Gleichzeitig haben wir gleiche und vereinfachte Zulassungsbedingungen durchgesetzt und die Zulassungsverfahren von Bürokratie entlastet.

Außerdem haben wir im Bund die Heilmittelerbringer auch in der Corona-Pandemie unterstützt. Allein bis Sommer 2020 haben diese Berufsgruppen 810 Millionen Euro Ausgleichszahlungen erhalten. Dies war nötig, um die Versorgungsstrukturen im Heilmittelbereich auch über die Pandemie hinaus aufrecht erhalten zu können.

Ich bin zuversichtlich, dass all diese Maßnahmen Wirkung entfalten werden und es dadurch bessere und schnellere Therapieangebote auch für Kinder mit besonderen Bedürfnissen gibt. Gleichwohl gilt es natürlich kontinuierlich die Entwicklungen in diesem Bereich kritisch zu beobachten, zu evaluieren und auch zukünftig in der kommenden Legislaturperiode direkt gegenzusteuern, soweit sich Fehlentwicklungen abzeichnen. Für die Zukunft sehe ich Potential etwa im Bereich der Ausbildung im Gesundheitswesen.

Um Fehlentwicklungen erkennen zu können, ist natürlich die wissenschaftliche Analyse der Prozesse in unserem komplexen Gesundheitssystem wichtig. Noch wichtiger ist aus meiner Perspektive aber die Rückmeldung von den Personen, bei denen die Gesundheitsleistungen ankommen, für die das System funktionieren muss. Daher möchte ich Ihnen meinen besonderen Dank aussprechen, dass Sie sich die Zeit genommen haben, mir von Ihren persönlichen Problemen und den Schwierigkeiten bei der zeitnahen und angemessenen Versorgung Ihres Sohnes zu berichten. Diese Rückkoppelung ist für mich der wesentliche Schlüssel für erfolgreiche Politik, die spürbare Veränderungen bringt.

Für Rückfragen stehe ich gerne unter thomas.gebhart@bundestag.de zur Verfügung.

Ihnen und Ihrer Familie wünsche ich alles Gute und weiterhin viel Kraft.

Mit besten Grüßen
Thomas Gebhart

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