Würden Sie die Vorgänge in Gaza jetzt als Genozid bezeichnen.
Sehr geehrter Frau Stadler,
sind die Aktivitäten der Israelis in Gaza jetzt als Genozid zu bezeichnen?
Und eine weitere Frage, darf ein besetztes Volk sich gegen seine Besatzer wehren?
Herzliche Grüße
Ismail H.
Sehr geehrter Herr H.,
vielen Dank für die Nachfrage, bitte lesen Sie zu meiner grundsätzlichen Einschätzung erneut die Antwort auf die vorhergehende Frage.
Zur aktuellen Lage: Der Wiederaufbau in den Palästinensischen Gebieten kann nur gelingen, wenn die Palästinenserinnen und Palästinenser aktiv eingebunden werden. Humanitäre Hilfe muss verlässlich und ohne Blockaden in den Gaza-Streifen gelangen. Jeder weitere Verzug verschärft humanitäre Not, politische Instabilität und das Leid der Bevölkerung
Unser langfristiges Ziel bleibt die friedliche Koexistenz zweier souveräner und lebensfähiger Staaten – Israel und Palästina – im Rahmen einer verhandelten Lösung. Die Anerkennung eines palästinensischen Staates kann dabei auch ein Zwischenschritt sein, sofern sie dem Ziel einer Zwei-Staaten-Lösung dient. Kein Akteur darf in der Lage sein, diese Lösung zu torpedieren. Dazu gehört eine reformierte Palästinensische Autonomiebehörde, die auch die zivile Verwaltung in Gaza – ohne Hamas – mit übernehmen kann.
Für uns ist klar: Nur durch Dialog, Verhandlungen und politische Lösungen kann dauerhafter Frieden, Stabilität und Sicherheit für alle Menschen im Nahen Osten erreicht werden. Deutschland hat eine besondere völkerrechtliche Verantwortung. Die Bundesregierung ist aufgefordert, den eigenen Kurs europäisch anzupassen.
Mit freundlichen Grüßen
Svenja Stadler
