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Stephan Pilsinger
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Frage von Oliver F. •

Was tun Sie gegen diese Rolle Rückwärts der Wirtschaftsministerin?

Die ganze Welt hat verstanden, dass wir weg von fossilen Brennstoffen müssen. Wir sind schon jetzt auf dem besten Wege, in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Die Pläne von Frau Reiche drohen uns komplett abzuhängen. Was tun Sie dagegen?

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Antwort von CSU

Sehr geehrter Herr F.,

haben Sie vielen Dank für Ihre Frage.

Ich teile die Auffassung, dass Deutschland seine Energieversorgung langfristig unabhängiger, klimafreundlicher und wettbewerbsfähiger aufstellen muss. Der Ausbau erneuerbarer Energien ist dafür zentral – ebenso wie leistungsfähige Stromnetze, Speichertechnologien und ein verlässlicher Rahmen für Industrie und Verbraucher.

Ich verstehe, dass die aktuellen Vorschläge von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche in vielen Richtungen derzeit intensiv diskutiert werden. Bei diesen geht es aber nicht um eine Abkehr von der Energiewende, sondern um die Frage, wie Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Klimaschutz gemeinsam gewährleistet werden können. Gerade in Zeiten von Dunkelflauten braucht ein Industrieland wie Deutschland steuerbare Kapazitäten, solange Speichertechnologien und Netzausbau noch nicht ausreichend verfügbar sind.

Gleichzeitig ist klar: Der Ausbau erneuerbarer Energien darf nicht ausgebremst werden. Deshalb unterstütze ich ausdrücklich den synchronen Ausbau von Netzen, erneuerbaren Energien, dezentraler Flexibilität und Speicherkapazitäten. Das Bundeskabinett hat hierzu Ende April 2026 eine Novelle des Bundesbedarfsplangesetzes beschlossen, mit der 45 zusätzliche Netzausbauvorhaben aufgenommen werden, um Engpässe zu beseitigen und den Transport von Windstrom aus dem Norden in die Verbrauchszentren im Süden und Westen zu beschleunigen.

Für mich ist klar, dass Technologieoffenheit tatsächlich gelebt werden muss. Also nicht einseitig auf einzelne Lösungen zu setzen, sondern Speicher, Wasserstoff, Netzausbau, flexible Laststeuerung und steuerbare Reservekapazitäten sinnvoll zusammenwirken zu lassen. Ziel muss eine sichere, bezahlbare und klimafreundliche Energieversorgung sein – nicht neue Abhängigkeiten von fossilen Importen.

Im parlamentarischen Verfahren werden die aktuellen Vorhaben sorgfältig geprüft. Dabei ist für mich entscheidend, dass Deutschland wirtschaftlich stark bleibt und zugleich seine Klimaziele realistisch und verlässlich erreicht.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Stephan Pilsinger MdB

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