Sehr geehrter Herr Schwartze, wie stellen Sie sich die psychotherapeutische Versorgung nach der Verabschiedung der geplanten Kürzungen durch das GKV-Stabilisierungsgesetz am kommenden Freitag vor?
Vor allem die psychotherapeutische Versorgungslage von Kindern und Jugendlichen ist bereits jetzt mangelhaft. Wie wollen Sie dem bestehenden Mangel an niedergelassenen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen angesichts der geplanten Abwertung der psychotherapeutischen Tätigkeiten begegnen?
Zudem verstehe ich die Logik hinter den geplanten Kürzungen im psychotherapeutischen Bereich nicht. Psychotherapie ist kein Kostentreiber im Gesundheitswesen, ganz im Gegenteil: Der volkswirtschaftliche Schaden durch unbehandelte psychische Erkrankungen ist immens. Ambulante Therapien verhindern stationäre Krankenhausaufenthalte, bringen Menschen zurück an ihren Arbeitsplatz und schützen vor langfristigen Folgeerkrankungen, besonders bei Kindern und Jugendlichen. Wieso soll ausgerechnet in diesem Bereich gekürzt werden?
Sehr geehrter Herr E.,
die SPD-Bundestagsfraktion hat das GKV-Stabilisierungsgesetz mitgestaltet, um immer weiter steigende Beiträge zu verhindern. Es ging hier (noch) nicht um eine inhaltliche Reform des Systems. Gleichzeitig sind wir uns der Herausforderungen in der psychotherapeutischen Versorgung bewusst und setzen uns für gezielte Nachbesserungen ein.
So haben wir die Bundesregierung in einem Entschließungsantrag verpflichtet, im Bereich Psychotherapie einige Verbesserungen, wie z.B. die garantierte Fortführung begonnener Therapien, umzusetzen. Das BMG muss nun liefern.
Generell sind sich alle Beteiligten in der Analyse einig. Wir müssen mehr für die mentale Gesundheit der Menschen tun. Daher haben wir hier einen besonderen Schwerpunkt in unserem Koalitionsvertrag gesetzt. Die SPD-Bundestagsfraktion setzt sich intensiv für die Umsetzung ein.
Wenn unser Koalitionspartner sich diesbezüglich mit der gleichen Energie für die Umsetzung des Koalitionsvertrags einsetzt, wie in anderen Bereichen, können wir hier noch sehr viel erreichen.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Schwartze

