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Simone Borchardt
CDU
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Frage von Resul R. •

Warum zahlen wir eigentlich die Krankenversicherung, wenn wir keine Leistungen bekommen?

Sehr geehrte Frau Borchardt,Ich wollte zum Hautarzt gehen, aber es gibt überhaupt keine Termine für GKV-versicherte Patienten. Wenn man jedoch als Selbstzahler geht, bekommt man sofort einen Termin. Das ist doch unfair.Und die Regierung unternimmt nichts, um das zu verbessern. Deshalb habe ich auch kein Vertrauen mehr, dass die Regierung wirklich den Willen hat, dieses Problem zu lösen.Mit freundlichen Grüßen

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Antwort von CDU

Vielen Dank für Ihre Nachricht. Ich verstehe den Ärger, wenn man einen Facharzttermin benötigt und bei mehreren Praxen keine zeitnahe Zusage erhält. Das ist belastend und darf nicht kleingeredet werden.

Die Schlussfolgerung, gesetzlich Versicherte bekämen keine Leistungen, teile ich jedoch nicht. Richtig ist: Auch gesetzlich Versicherte haben einen Anspruch auf medizinisch notwendige Versorgung. Falsch ist die pauschale Aussage, GKV-Patientinnen und GKV-Patienten bekämen grundsätzlich keine Termine, während Privatpatienten immer sofort versorgt würden. In der Praxis gibt es regionale Engpässe, Facharztmangel, volle Praxen und teilweise getrennte Terminstrukturen. Daraus darf aber kein Eindruck entstehen, gesetzlich Versicherte seien vom Zugang zur Versorgung ausgeschlossen.

Für genau solche Fälle gibt es die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen. Gesetzlich Versicherte können sich telefonisch unter 116117 oder online über 116117.de an den Patientenservice wenden. Der Terminservice ist ausdrücklich für gesetzlich Versicherte vorgesehen und unterstützt bei der Vermittlung von Arztterminen. Für bestimmte Facharzttermine kann eine Überweisung mit Vermittlungscode erforderlich sein, die die Hausärztin oder der Hausarzt bei medizinischer Dringlichkeit ausstellen kann. 

Wichtig ist dabei auch: Die Terminservicestelle vermittelt nicht zwingend den Wunschtermin in der Wunschpraxis. Sie soll helfen, überhaupt einen medizinisch angemessenen Termin im zumutbaren Versorgungsbereich zu finden. Das ist ein praktischer Unterschied, aber kein Leistungsverweigerungsmodell der gesetzlichen Krankenversicherung.

Politisch ist das Problem dennoch real. Gerade in der fachärztlichen Versorgung braucht es bessere Steuerung, mehr Transparenz bei freien Terminen, eine bessere Verzahnung von Hausarzt- und Facharztebene sowie eine stärkere Ausrichtung nach medizinischer Dringlichkeit. Ein System, in dem Patientinnen und Patienten viele Praxen einzeln abtelefonieren müssen, ist weder effizient noch patientenfreundlich.

Deshalb setze ich mich für eine Versorgung ein, die verlässlicher, digital besser organisiert und stärker nach Bedarf gesteuert wird. Entscheidend ist: Wer medizinisch dringend Hilfe braucht, muss auch im GKV-System einen Zugang bekommen. Genau dafür müssen die bestehenden Vermittlungswege wie die 116117 konsequent genutzt und weiter verbessert werden.

 

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