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Sebastian Schmidt
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Frage von Sabine S. •

Werden Sie sich bei Minister Dr. Linnemann dafür einsetzen, dass die Union ihre eigene Forderung von 2024 nach einer nationalen Menopausen-Strategie jetzt umsetzt?

Sehr geehrter Herr Schmidt,

als Ernährungsberaterin aus der Region begleite ich Frauen in den Wechseljahren. Rund neun Millionen Frauen in Deutschland sind betroffen. Die HWR Berlin (Rumler/Strohsal, 2024) beziffert die volkswirtschaftlichen Kosten auf 9,4 Mrd. Euro und fast 40 Mio. Arbeitstage jährlich, ohne Frühverrentung und Teilzeit.

Im Koalitionsvertrag stehen die Wechseljahre nur in einer Aufzählung (S. 111). Großbritannien verpflichtet Arbeitgeber mit 250+ Beschäftigten ab 2027 zu Maßnahmen für Frauen in den Wechseljahren (Employment Rights Act 2025). Die Unionsfraktion forderte 2024 selbst eine nationale Menopausen-Strategie (Drs. 20/12983).

Die Ergebnisse des Dialogprozesses Wechseljahre des BMG waren für Herbst 2026 angekündigt. Auf meine Anfrage dort erhielt ich nur eine automatische Antwort: Individuelle Stellungnahmen seien nicht möglich. Daher wende ich mich nun konkret an Sie und bedanke mich im Voraus für Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
Sabine S.

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Antwort von CDU

Sehr geehrte Frau S.,

vielen Dank für Ihre Nachricht und für Ihr Engagement für Frauen in den Wechseljahren. Sie sprechen ein Thema an, das lange zu wenig Aufmerksamkeit bekommen hat. Rund neun Millionen Frauen in Deutschland sind betroffen, und die Folgen reichen weit über den Einzelfall hinaus bis in die Arbeitswelt.

Zu Ihrem Hinweis auf den Dialogprozess: Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat die Ergebnisse am 13. Oktober 2026 vorgestellt. Das Ergebnispapier ist auf der Website des BMG abrufbar. Damit liegen erstmals konkrete Schritte vor. Die Wechseljahre sollen im Zuge der Reform der ärztlichen Ausbildung verankert werden, und „Geschlechtersensible Medizin“ soll ein eigenes Fach werden. Außerdem fördert das BMG-Forschungsprojekte zur Frauengesundheit, auch zu den Wechseljahren. Es unterstützt das Robert Koch-Institut dabei, zusätzliche Daten zu erheben, und überarbeitet die Informationsangebote, unter anderem auf dem Nationalen Gesundheitsportal. Die Stärkung der Frauengesundheit ist ein erklärtes Ziel dieser Wahlperiode, und die Wechseljahre sind im Koalitionsvertrag genannt.

Ich sehe darin einen wichtigen ersten Schritt, aber noch nicht das Ende des Weges. Vor allem die Versorgung in den Praxen und die Unterstützung von Frauen im Berufsleben werden uns weiter beschäftigen. Am selben Tag hat auch die Antidiskriminierungsstelle des Bundes Handlungsempfehlungen vorgelegt, unter anderem wird hier für eine Nationale Menopausen-Strategie plädiert. Das zeigt, dass die Debatte an Fahrt gewinnt.

Zu unserem Antrag aus der vergangenen Wahlperiode, „Gesamtgesellschaftliches Bewusstsein für die Wechseljahre der Frau – Für eine nationale Menopausen-Strategie nach internationalem Vorbild“ (Drucksache 20/12983): Die damals formulierten Anliegen haben nichts von ihrer Bedeutung verloren. In welcher Form sie umgesetzt werden, ob als eigenständige Strategie oder über konkrete Maßnahmen in laufenden Vorhaben, wird in der Koalition zu beraten sein. Mir ist vor allem wichtig, dass die Verbesserungen tatsächlich bei den Frauen ankommen. Ihre Anregungen nehme ich gerne mit in die Gespräche mit Bundesgesundheitsminister Dr. Linnemann und das parlamentarische Verfahren.

Ein technischer Hinweis zum Schluss: Bitte schreiben Sie mir zukünftig direkt über das Kontaktformular des Deutschen Bundestags und nicht über einen nicht öffentlichen Drittanbieter. So stellen Sie sicher, dass Ihre Anliegen direkt bei mir und meinem Büro eingehen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Sebastian Schmidt

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