Sabine Bätzing
SPD
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Frage von Anzbat Fgeroy an Sabine Bätzing bezüglich Gesundheit

# Gesundheit 17. Aug. 2009 - 23:42

Guten Tag,

in ihrer letzten antowort sagen sie folgendes:

"Wie die historischen Erfahrungen mit der Alkoholprohibition in den USA und in Finnland zeigen, ist ein totales Alkoholverbot für das drogenpolitische Ziel der Reduzierung von gesundheitlichen und sozialen Schäden durch den Konsum nicht zielführend: DER KONSUM VERLAGERTE SICH INS PRIVATE, die Schwarzbrennerei und somit eine schlechtere Produktqualität nahmen zu, und die Entstehung von (organisierter) Kriminalität wurde begünstigt. In der Alkoholpolitik verfolgt die Bundesregierung keine Verbotspolitik, sondern das Ziel eines verantwortungsvollen Konsums qualitativ einwandfreier alkoholhaltiger Getränke."

So ist es doch auch mit Cannabis, oder ?
JA weil es illegal ist kommen immer mehr streckmittel ins Cannabis zB Blei,glas....
jeder der cannabis konsumieren will kommt auch an cannabis ran..
sie sollten es für den jugendschutz und für die medizin legalisieren
komisch ist...cannabis ist harmloser als Nikotin/Alcohol und sie wollen das nicht verstehen

in ihrer letzten antwort sagen sie das was wir ihnen schon seit monaten sagen..Das Verbot verhindert keine Probleme sondern schafft nur zusätzliche Probleme! Das Cannabisverbot schützt die nicht

Das Cannabis-Verbot kann durch medizinische Argumente nicht gestützt werden." (Dr Nedelmann im Deutschen Ärzteblatt, 27.10.2000)

In den 10 Staaten, die innerhalb der vergangenen 10 Jahre die medizinische Verwendung von Cannabis erlaubt haben, nahm der Cannabiskonsum bei Jugendlichen deutlich ab. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie, die vom Marijuana Policy Project unterstützt und veröffentlicht wurde. Die Autoren Mitch Earleywine, Psychologieprofessor an der Universität von New York, und Karen O´Keefe, ein Rechtsberater des Marijuana Policy Projects, analysierten für ihren Bericht Statistiken des Bundes und der Länder.

Meine Frage:
wieso sind sie immer noch gegen eine Entkriminalisierung von "weichen" Drogen wie Cannabis, Haschisch, Marihuana?

Von: Anzbat Fgeroy

Antwort von Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) 25. Sep. 2009 - 09:39
Dauer bis zur Antwort: 1 Monat 1 Woche

Sehr geehrter Herr Strebl,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Zum Thema Legalisierung von Cannabis habe ich mich immer wieder in diesem Forum geäußert. Ich kann mich aber gern noch einmal wiederholen:

Cannabis ist keine harmlose Substanz! Vielmehr wird zunehmend auf eine Reihe akuter und langfristiger Beeinträchtigungen durch nichtmedizinischen Cannabiskonsum hingewiesen, die zwar normalerweise gering, bei chronischem Dauerkonsum aber mit größeren Risiken, bis zur psychischen Abhängigkeit, verbunden sind.

Ihrer Anfrage entnehme ich, dass Sie die Cannabispolitik der Bundesregierung kritisch sehen. Ich teile Ihre Auffassung nicht. Denn bei den Jugendlichen ist beim Cannabiskonsum ein rückläufiger Trend festzustellen. Nachdem seit 1979 der Anteil der Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 12 bis 25 Jahren, die mindestens einmal in ihrem Leben Cannabis konsumiert haben, stetig anstieg, ist seit 2004 ein rückläufiger Trend zu verzeichnen. Während es 2004 noch 31,1 % der Jugendlichen und jungen Erwachsenen waren, ist nun die Quote auf 28,3 % gefallen. Das Ziel des Drogen- und Suchtrates, die Quote von Cannabiskonsumenten in der Altersgruppe der 12- bis 25-Jährigen bis 2008 auf unter 28% zu senken, wurde mit 28,3% damit fast erreicht.

Auch die Zahl der regelmäßigen Konsumenten ist rückläufig, die mehr als zehnmal im vergangenen Jahr Cannabis konsumiert haben: Das Ziel des Drogen- und Suchtrates, den Anteil der regelmäßigen Cannabiskonsumenten in der Altersgruppe der 12- bis 25-Jährigen bis zum Jahr 2008 auf unter 3% zu senken, ist mit 2,3% auch hier erreicht worden.

Diese Entwicklungen zeigen, dass wir mit unserer Drogen- und Suchtpolitik auf dem richtigen Weg sind und unsere präventiven Maßnahmen greifen. Um diese positive Entwicklung zu unterstützen, ist es erforderlich, das Beratungs- und Behandlungsangebot in Deutschland für Personen mit regelmäßigem Cannabiskonsum weiterzuentwickeln und auszubauen. Aus diesem Grund fördert das Bundesministerium für Gesundheit eine Reihe von mehrjährigen Projekten, die helfen, wirksame Beratungs- und Behandlungsangebote in die Regelversorgung zu überführen. Dazu gehören unter anderen das Projekt FreD - "Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten", das Cannabisausstiegsprogramm "Quit the Shit" und das Bundesmodellprojekt CANDIS.

Mit freundlichen Grüßen
Sabine Bätzing