Dr. Philipp Rottwilm
Philipp Rottwilm
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Frage von Elisabeth V. •

Wie stehen Sie denn zur Anpassung des Rentenalters an die Lebenserwartung? ...und wie stehen Sie zu den dramatisch folgenreichen Veränderungen für ambulante Gesundheitsversorgung?

Sehr geehrter Herr Rottwilm,
als chronisch schwer erkrankte Person, die sich über die eigentlich vorhandene Leistungsfähigkeit als Sozialarbeiterin in einer akutpsychosomatischen Klinik nicht nur mit dem Ergehen der Patienten, sondern auch als Schwerbehindertenvertretung für Kollegen einsetzt. Sehe ich in den geplanten Veränderungen dramatische Folgen im ambulanten Gesundheitswesen, in der Versorgung von Menschen mit Einschränkungen, in der Belastung von Kollegen und letztlich meiner eigenen Situation. Schon unter aktuellen Bedingungen ist diese nicht gut aufgestellt und wird immer weniger eine tragfähige Zukunft aufbauen können. Das es Veränderungen braucht, keine Frage. Aber wenn es erneut nur die Schwachen trifft, die sich enorm einsetzen, dann wird es nicht haltbar. Spaltung und extremistische Bewegungen sind vorprogrammiert.
Wo sehen Sie Möglichkeiten die Reformen noch zu stoppen?!
Viele Grüße
E. V.

Dr. Philipp Rottwilm
Antwort von SPD

Sehr geehrte Frau V.,

es kann nicht darum gehen, Reformen zu stoppen. Ohne eine Reform sinkt das Rentenniveau ab 2031 deutlich. Wir in der SPD-Bundestagsfraktion wollen, dass die Rente auch zukünftig zum Leben reicht. Für uns gilt deshalb, dass wer jahrzehntelang gearbeitet, eingezahlt und sein Leben auf verlässliche Regeln aufgebaut hat, Fairness und Planungssicherheit braucht.

Die Vorschläge der Rentenkommission sind ein einvernehmlicher Kompromiss. Für uns ist dabei ganz entscheidend, dass die gesetzliche Rente auch künftig die wichtigste Säule der Alterssicherung bleiben muss. Wir brauchen dazu einen ausgewogenen Reformansatz, der die Lasten und Chancen fair verteilt und das Rentensystem langfristig stärkt.

Die Kommission hat deshalb ein Bündel an Maßnahmen vorgeschlagen. Dazu gehören eine ergänzende kapitalgedeckte Komponente innerhalb der gesetzlichen Alterssicherung, verlässliche Regeln für die Rentenentwicklung, eine moderate Anpassung der Lebensarbeitszeit bei steigender Lebenserwartung sowie eine stärkere Beteiligung weiterer Erwerbsgruppen an der Finanzierung des Systems. Hierbei stellen sich Beitragszahlende, Rentnerinnen und Rentner sowie künftige Generationen besser als im heutigen System.

Die SPD unterstützt die Empfehlungen der Alterssicherungskommission, das Renteneintrittsalter ab 2032 moderat an die Lebenserwartung zu koppeln, um das System zu stabilisieren. Gleichzeitig fordern wir Ausnahmen für gesundheitlich Belastete und warnen vor einer pauschalen Erhöhung. Für Menschen, die schwer körperlich arbeiten oder gesundheitlich belastet sind, setzt sich die SPD für spezielle Schutzregelungen ein, um einen früheren, abschlagsfreien Zugang zu ermöglichen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Philipp Rottwilm

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