Omid Nouripour
DIE GRÜNEN
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Frage von Wüetra Inafrybj an Omid Nouripour bezüglich Demokratie und Bürgerrechte

# Demokratie und Bürgerrechte 05. Aug. 2016 - 20:54

Sehr geehrter Herr Nouripour.

im heutigen Interview mit Zeit Online zu gefälschten Angaben in Lebensläufen von Abgeordneten schreiben sie: "Der Wähler schaut nicht auf den formalen Lebenslauf". Wie kommen Sie zu dieser Auffassung? Wenn dies so sein sollte. Warum sollten dann Abgeordnete auf die Idee kommen ihren Lebenslauf zu schönen? Ist es nicht eher so, dass alle Parteien elitäres Gehabe ihrer Abgeordneten unterstützt? Eine einfache Arbeitererwerbsbiographie von 45 Arbeitsjahren mit Volkschulabschluss würde in keiner Partei für ein Mandat bzw. zur Wahl ausreichen. Also muss für eine Kandidatur geschönt oder hart gearbeitet werden. Wenn sich selbst Adlige in Deutschland einen Doktortitel erschwindeln müssen. zeigt es nur welche Anforderungen die vermeintliche Elite an ihre Politiker stellt. Während Livedebatten im Bundestag sieht man immer wieder wie Parlamentarier im "Kürschner" des Bundestages lesen. Ist keinem Parlamentarier die Fälschung von Frau Hinz aufgefallen?

Von: Wüetra Inafrybj

Antwort von Omid Nouripour (GRÜNE)

Sehr geehrter Herr Vanselow,

danke herzlich für Ihre Zuschrift. Sie beziehen sich dabei auf mein Interview in Zeit-Online zum Fall Petra Hinz. Leider aber zitieren Sie daraus nicht mich, sondern die von der Redaktion gekürzte Aussage. In der Tat sage ich im Interview selbst:

"Am Ende des Tages entscheidet der Wähler. Und ich bezweifle, dass er ausschließlich auf den formalen Teil des Lebenslaufs schaut."

Zu dieser Aussage stehe ich. An anderer Stelle sage ich auch klar, dass Lügen nicht geht. Und am Ende hebe ich heraus, dass gerade heute sowieso jede Lüge rauskommt. Auch dazu stehe ich.

Beim Rest Ihrer Zuschrift bin ich sehr mit Ihnen einverstanden.

In der Hoffnung, das Missverständnis aufgelöst zu haben, verbleibe ich

mit besten Grüßen

Omid Nouripour