Wie stehen Sie zu einer Kopplung des gesetzlichen Renteneintrittsalters an die steigende Lebenserwartung? Wie werden dabei Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen mitgedacht?
Sehr geehrte Frau K.,
vielen Dank für Ihre Frage. Ich bin gegen eine automatische Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung.
Die Alterssicherungskommission schlägt vor, ab 2031 jedes zusätzliche Lebensjahr im Verhältnis zwei zu eins auf Arbeit und Ruhestand aufzuteilen. Das klingt nach einer neutralen Formel. Die Lebenserwartung ist aber ein Durchschnittswert. Wer wenig verdient oder körperlich hart arbeitet, lebt im Schnitt kürzer als Menschen mit hohem Einkommen. Viele von ihnen schaffen es schon heute nicht gesund bis 67. Für sie heißt ein höheres Rentenalter in der Praxis höhere Abschläge und damit weniger Rente.
Wir Grüne setzen auf flexible Übergänge. Wer länger arbeiten will und kann, soll davon spürbar profitieren. Wer nicht mehr kann, muss verlässlich abgesichert sein. Um die Rente stabil zu finanzieren, gibt es bessere Hebel: mehr Erwerbstätigkeit von Frauen, gezielte Fachkräfteeinwanderung und eine breitere Basis von Beitragszahlenden, zu der aus meiner Sicht auch Abgeordnete gehören.
Einen Gesetzentwurf hat die Bundesregierung bisher nicht vorgelegt. Einer automatischen Kopplung werde ich nicht zustimmen.
Mit freundlichen Grüßen
Moritz Heuberger

