Frage an Michael Hennrich von Urvxr Ebtnyy bezüglich Gesundheit

30. Dezember 2019 - 08:41

Sehr geehrter Herr Hennrich,
unter Merkels und Spahns Verantwortlichkeit ist Folgendes zur Realität geworden:
1. ernste Versorgungskrise in Krankenhäusern
quelle: https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/krankenhaeuser-sperre…
2. fehlende Medikamente - große Gefahr leerer Apotheken
Quelle: https://www.zdf.de/nachrichten/heute/frontal21-leere-apotheken-hunderte…
3. Ambulante Versorgung in Gefahr: Jedes Jahr gibt es zu wenige Medizinstudienplätze
quelle: https://www.praktischarzt.de/blog/6000-medizinstudienplaetze-fehlen/
4. Bekannte Ursachen für den Pflegenotstand heute:
Auf Grund von Merkels gesetzter, anderer wirtschaftspolitischer Schwerpunkte wurden in der Vergangenheit viele Stellen abgebaut und weniger Pflegepersonal ausgebildet. Heute fehlen diese Fachkräfte in der Pflege
quelle: https://pflegebox.de/pflegeformen/pflegenotstand/
Merkels Politik verkündet lautstark, Fluchtgründe müssen im Ausland vor Ort gelöst werden. Wie vereinbart sich das damit, wenn wir jetzt versuchen, vom Ausland deren selbst benötigte Fachkräfte abzuwerben?
Herr Hennrich, weshalb sollte Deutschland für ausländisches Medizinisches- und Pflegepersonal interessant sein, wenn es offensichtlich nicht einmal für deutsche Menschen interessant ist ????
Herr Hennrich, mein Bruder ist nach dem Studium als Dermatologe sofort nach Skandinavien abgeworben worden. Besserer Bezahlung, bessere Arbeitszeiten, besseres Arbeitsbedingungen, bessere Entwicklungsmöglichen nennt er mir, weshalb er seinen Schritt jedem Absolventen anrät.
Sehr geehrter Herr Hennrich,
Vor Jahren, vor Merkels Kanzlerschaft, gab des die o.a. Besorgnisse nicht in der gravierenden Art.
Die Praxis ist das Kriterium der Wahrheit, nicht Reden und leere Lippenbekenntnisse.
Wo, außer EU und Flüchtlinge, setzt Merkel ihre Akzente?
Sind Politiker auch von den o.a. Zuständen betroffen???

Mit freundlichem Gruß
Urvxr Ebtnyy

Frage von Urvxr Ebtnyy
Antwort von Michael Hennrich
10. Januar 2020 - 10:36
Zeit bis zur Antwort: 1 Woche 4 Tage

Sehr geehrte Frau Rogall,

Ihre Kritik erachte ich als pauschal und in dieser Form schlicht nicht zutreffend. Richtig ist, dass wir im Gesundheitswesen, wie in anderen Politfeldern auch, vor großen Herausforderungen stehen. Um diese zu bewältigen haben wir auf Bundesebene seit Beginn der Legislaturperiode über zwanzig Gesetze beschlossen oder stehen kurz davor, die all die von Ihnen genannten Bereiche betreffen. Eine Übersicht finden Sie hier:
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/gesetze-und-verordn…

In diesem Kontext darf nicht übersehen werden, dass wir im Gesundheitswesen in Deutschland das System der Selbstverwaltung haben. Das bedeutet, dass die Politik auf Bundesebene lediglich gesetzliches Rahmenbedingungen schafft, die die Organisationen der Selbstverwaltung von der Ärzteschaft, über die Krankenhausgesellschaft bis hin zu Trägern der gesetzlichen Krankenversicherung und Apothekerschaft anschließend eigenständig umsetzen. Hinzukommt die Ebene der Bundesländer, die bspw. bei der Anzahl der Medizin-Studienplätzen sowie bei der Finanzierung Krankenhausinfrastruktur, zuständig sind und hier in der Vergangenheit zu wenig getan haben. Allein die Bundesebene in die Verantwortung zu nehmen, wird den Herausforderungen daher nicht gerecht und wird uns auch bei der Suche nach Lösungen nicht weiter bringen. Übereinstimmend zeigen alle relevanten Studien, dass die Gesundheitsversorgung in Deutschland weltweit zu den besten zählt. Wir arbeiten daran, dieses System gemeinsam mit der Selbstverwaltung weiter zu verbessern. Dies gelingt in vielen Punkten, wenn es auch nicht überall so gut und so schnell vorangeht, wie auch ich es mir persönlich wünschen würde. Aber unsere Gesundheitsversorgung im Bausch und Bogen als kurz vor den Zusammenbruch darzustellen, wird der gegenwärtigen Lage absolut nicht gerecht.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Hennrich