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Michael Hennrich
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Ist eine Freigabe von Cannabis ethisch und gesundheitspolitisch vertretbar, obwohl es häufig die Depersonalisation auslöst, eine schwere, meist unheilbare und nicht behandelbare Erkrankung?

Cannabis kann eine schwere psychische Störungen auslösen: Die Depersonalisations-Derealisationsstörung oder kurz Depersonalisation (ICD-10: F48.1; ICD-11: 6B66). Etwa 1% der Bevölkerung sind betroffen [1,2]. In 25% dieser Fälle sind Drogen der Auslöser, am häufigsten durch Cannabis [3,4]. Oft genügt bereits ERSTMALIGER Konsum.

Die Störung ist meist lebenslang und unheilbar und führt nicht selten zum Suizid. Eine wissenschaftlich anerkannte Therapie existiert nicht und Forschung gibt es so gut wie keine, denn die Psychiatrie ignoriert das Krankheitsbild. Die Depersonalisation ist wahrscheinlich viel häufiger eine Folge von Cannabiskonsum als die Psychosen.

Wird die Politik auch wegschauen, indem sie Cannabis legalisiert und zulässt, dass noch mehr Menschen Opfer dieser Krankheit werden?

[1] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15022041/
[2] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35699456/
[3] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/14651505/
[4] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19538903/

Frage von Peter F. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 2 Stunden 40 Minuten

Sehr geehrter Herr F.,

danke für Ihre Frage. Sie sprechen völlig richtig gesundheitliche Risiken des Cannabiskonsums an, die oftmals übergangen werden. Viele andere kritische Punkte könnte man hier noch hinzufügen. Als Union sehen wir diese und stehen der Legalisierung von Cannabis zumindest in weiten Teilen entsprechend kritisch gegenüber.

Als Oppositionspartei werden wir die angestrebte Freigabe sehr kritisch begleiten, einige Gründe mögen dafür sprechen, hier gibt es aber auch noch viele offene Fragen. Insgesamt ist ja noch vollkommen offen, durch wen ein legaler Verkauf erfolgen soll, welche Qualitätsstandards bestehen sollen, wie man mit den gesundheitlichen Risiken umgeht und viele Fragen mehr. Das muss aus unserer Sicht noch viel parlamentarische Arbeit geleistet und Fragen beantwortet werden. Ihre Nachfrage wäre entsprechend auch an Vertreter der Ampelkoalition zu richten und von Befürworten aus deren Reihen zu beantworten!

 

Mit freundlichen Grüßen

Michael Hennrich

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