1. Sollte die EU Warnhinweise auf Alkoholverpackungen einführen? 2. Alkohol: eine Frage der Ernährung oder der öffentlichen Gesundheit? 3. Wie wollen Sie Kinder vor Alkoholwerbung schützen?
Um Kinder und Jugendliche zu schützen, muss Marketing für Alkohol- und Nikotinprodukte vollständig beendet werden. Alkoholwerbung ist im Lebensumfeld von Kindern und Jugendlichen allgegenwärtig, und auch Werbung für Tabak- und Nikotinprodukte ist trotz Beschränkungen weit verbreitet – insbesondere am Verkaufsort und im digitalen Raum.
Werbung steigert die Attraktivität der beworbenen Produkte und normalisiert den Umgang mit Alkohol und Nikotin in der Gesellschaft. Sie kann den Konsum begünstigen und fördert bei Kindern und Jugendlichen den Gebrauch dieser gesundheitsschädigenden und abhängig machenden Substanzen.
Sehr geehrter Herr L.,
vielen Dank für Ihre Fragen. Als Mitglied des Umwelt- und Gesundheitsausschusses (ENVI) setze ich mich dafür ein, wie Menschen wirksam vor Gesundheitsrisiken geschützt werden können. Dazu gehört auch der verantwortungsvolle Umgang mit Alkohol.
Die Grünen/EFA unterstützen EU-weite Gesundheitswarnhinweise auf Alkohol, weil viele Menschen die Risiken – insbesondere für Krebs – noch unterschätzen. Im Europe’s Beating Cancer Plan hat die Kommission angekündigt, solche Warnhinweise und eine vollständige Kennzeichnung vorzuschlagen, aber bisher liegt kein Gesetz vor. Deshalb gehen einzelne Staaten wie Irland voran.
Für uns ist Alkohol natürlich ein Thema der öffentlichen Gesundheit. Alkohol erhöht nachweislich das Krankheitsrisiko, und die Wissenschaft sagt uns, es gibt keinen sicheren Konsumwert. Deshalb setzen wir uns auch für eine vollständige Zutaten- und Nährwertkennzeichnung ein.
Der Schutz von Kindern vor Alkoholwerbung ist ebenfalls wichtig. Die EU hat bereits Regeln, die Werbung verbieten, die Minderjährige gezielt anspricht, aber diese Vorgaben sind lückenhaft und werden sehr unterschiedlich umgesetzt. Wir unterstützen daher die Ziele des Beating Cancer Plans, die Exposition junger Menschen gegenüber Alkoholmarketing zu reduzieren und insbesondere im digitalen Raum stärkere Vorgaben durchzusetzen.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Bloss


