Im Wahlprogramm beschreiben Sie Tierschutzziele, z.B wird ein Landestierschutzbeauftragter gefordert. Im Koalitionvertrag ist davon wenig geblieben. Was machen Sie konkret für das Staatsziel TS?
Sehr geehrte Frau Jakob, wir Tierschutzvereine leisten (häufig ehrenamtlich) sehr viel, dto. unsere Spender. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern haben wir noch nicht einmal einen Landestierschutzbeauftragten, der unsere Arbeit unterstützen würde. Das große Problem der hohen Katzenpopulation schiebt man seit Jahrzehnten vor sich her. Anträge auf Katzenschutzverordnungen werden oft abgelehnt, trotz ausreichender Datenlage. Trotz Fördermittel, müssen wir unseren Spendern seit Jahren für immer die gleichen Gebiete mit Katzenproblemen das Geld aus den Taschen ziehen. Die Politik muss jetzt handeln. Die Maßnahmen des StMUV sind uns bekannt, aber man sieht, dass diese nicht ausreichen. Benno Zierer schrieb "wir haben einen aktiven AK Tierschutz", bei allem Respekt - wir Tierschutzvereine bemerken davon nichts. Danke für Ihre Antwort. S. R.
Sehr geehrte Frau R.,
vielen Dank für Ihr Engagement im Tierschutz und die eindringliche Schilderung der Situation vor Ort. Wir wissen sehr wohl, dass die Arbeit der Tierschutzvereine – häufig ehrenamtlich und spendenfinanziert – eine tragende Säule des praktischen Tierschutzes ist. Dafür gebührt Ihnen Anerkennung und Unterstützung.
Aus Sicht der Freien Wähler ist Tierschutz ein wichtiges Staatsziel. Gleichzeitig setzen wir bewusst auf pragmatische, wirksame und vor allem regionale Lösungen, statt zusätzliche zentrale Strukturen zu schaffen, deren Mehrwert in der Praxis oft begrenzt bleibt.
Zum Thema Landestierschutzbeauftragter:
Wir sehen die Einführung eines landesweiten Tierschutzbeauftragten kritisch – auch wenn es ursprünglich im Wahlprogramm stand. Ein solcher Posten schafft in erster Linie eine weitere Verwaltungsebene, ohne automatisch konkrete Verbesserungen vor Ort zu garantieren. Entscheidend ist aus unserer Sicht nicht eine zusätzliche koordinierende Stelle, sondern dass bestehende Strukturen besser ausgestattet, Verfahren beschleunigt und Maßnahmen konsequent umgesetzt werden. Mittel sollten daher vorrangig direkt in den praktischen Tierschutz fließen – also dorthin, wo sie unmittelbar wirken: in Projekte, Kommunen und Vereine.
Zur Katzenproblematik und Katzenschutzverordnungen:
Gerade beim Thema Katzenpopulation halten wir eine bayernweite, einheitliche Regelung nicht für zielführend. Die Problemlagen unterscheiden sich regional stark – zwischen städtischen Räumen, ländlichen Gebieten und einzelnen Hotspots. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass Landkreise eigenständig und flexibel Katzenschutzverordnungen erlassen können, wenn die Datenlage dies vor Ort rechtfertigt.
Eine solche regionale Herangehensweise hat mehrere Vorteile:
- Maßnahmen können gezielt dort greifen, wo der Bedarf tatsächlich besteht.
- Kommunen kennen ihre lokalen Gegebenheiten und Akteure am besten.
- Ressourcen werden effizienter eingesetzt, statt flächendeckend Regelungen zu schaffen, die vielerorts nicht notwendig sind.
Ich hoffe sehr Ihre Punkte beantwortet zu haben und darf mich nochmals herzlich für Ihren Einsatz und Ihr Engagement für den den Tierschutz bedanken!
Herzliche Grüße
Marina Jakob, MdL

