Margarete Bause
DIE GRÜNEN
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Frage von Znep Evggre an Margarete Bause bezüglich Städtebau und Stadtentwicklung

# Städtebau und Stadtentwicklung 10. Aug. 2013 - 12:44

Sehr geehrte Frau Bause,

der Münchner Norden entwickelt sich zum Boom-Stadtteil in der Boomtown München. Wenn auch die Bayern-Kaserne mit Wohnbebauung ausgestattet sein wird, werden wieder einige tausend Neu-Freimanner und Milbertshofener dazukommen. Dies halte ich grundsätzlich für ebenso begrüßenswert wie die soziodemographische und ethnische Vielfalt, die unsere Gegend ausmacht. Bedenken habe ich, was die mittel- bis langfristige Ausstattung des Münchner Nordens mit Verkehrswegen, noch mehr aber die mittelfristige Versorgung mit Freizeitangeboten anbelangt. (So könnte man zB das seit Jahrzehnten leer stehende Floriansmühlbad zu einem angemessenen Bürgerpark entwickeln, wenn man es von der HVB zurückkaufen würde.) Ich weiß, dass Stadtentwicklung in erster Linie Sache der LH München ist, da jedoch die Entwicklung der Boom-Stadtteile Freimann und Milbertshofen durch das Vorhandensein von BMW sowie durch die Nähe zum Garchinger Campus sowie zu den Nord-Gemeinden Unterföhring bis Unterschleißheim mit Unternehmen wie Allianz, TV oder Microsoft und nicht zuletzt die Nähe zum Flughafen durchaus überregionale bis bundesweite Bedeutung hat, erhoffe ich mir eine Beschäftigung mit der Entwicklung eines lebenswerten Umfelds auch von den Landtags- und Bundestagsangeordneten meines Wahlkreises.

Ich freue mich sehr auf Ihre Antwort.

Mit den besten Grüßen,

Marc Ritter

Von: Znep Evggre

Antwort von Margarete Bause (GRÜNE) 19. Aug. 2013 - 09:52
Dauer bis zur Antwort: 1 Woche 1 Tag

Sehr geehrter Herr Ritter,

der Demografiebericht der Stadt München vom April 2013 bestätigt ganz und gar Ihre Einschätzung: Der Stadtteil Schwabing-Freimann -- also das Gebiet zwischen Siegestor im Süden und Stadtgrenze im Norden, zwischen Isar im Osten und Englischem Garten im Westen -- wird bis 2030 um 31 Prozent wachsen. Das bedeutet, dass dann über 90 000 Menschen in diesem 12. Stadtbezirk leben werden. Und auch in den weiteren Stadtteilen im Münchner Norden - Milbertshofen-Am Hart und Moosach - werden insgesamt 18 000 weitere neue Bewohner hinzukommen. Damit bestätigt sich auch das Ergebnis des Ausschusses für Stadtplanung und Bauordnung. Während die Einwohnerzahlen in der Innenstadt stagnieren und eher zurückgehen, stehen die Stadtplaner in Bezug auf die Stadtrandgebiete vor großen Herausforderungen in Bezug auf den Wohnungsbau und die Verkehrsstruktur.

Und Sie haben Recht: Es ist die Aufgabe aller Münchner Kommunalpolitiker und der dort kandidierenden Abgeordneten, an guten und tragfähigen Konzepten mit zukunftsweisenden Ideen mitzuwirken. Eine große Rolle in der Gestaltung wird das Areal der Bayern- und Funkkaserne spielen, zusammen mit dem ehemaligen Hurler-Gelände werden mindestens 6 500 Wohneinheiten dazukommen. Zur optimalen Vernetzung der Grünflächen hat die Stadt einen Wettbewerb ausgeschrieben, auf dessen Ergebnis ich schon neugierig bin. Verkehrsmäßig würde uns eine zusammenhängende Planung für das gesamte Entwicklungsgebiet am besten weiterhelfen. Die Grünen im Bezirksausschuss 12 fordern deshalb zu Recht für den Münchner Norden eine U-Bahn für die Ost-Westverbindung. Der -- unter anderem von BMW -- geforderte Autobahnanschluss an die A 99 über die Schleißheimer Straße wird die Verkehrsprobleme im Münchner Norden nicht lösen. Eine tragfähige Lösung kann nur der konsequente Ausbau des ÖPNV bringen.

Und klar, zum guten Leben in der Stadt gehören nicht nur bezahlbare Wohnungen und eine gute Verkehrsstruktur. Es gehören auch qualitativ gute Freizeit- und Erholungsangebote dazu. Schon allein durch die zu erwartenden Hitzeextreme wäre es wünschenswert, wenn das Floriansmühlenbad wieder für die Bürgerinnen und Bürger als Park erweitert zugänglich wäre und das Gelände mit weiteren offenen Wasserkanälchen durchzogen wäre. Der Münchner Norden steht vor großen Herausforderungen und als Bürgerin und Politikerin in dieser Stadt setze ich mich für eine tragfähige und zukunftsweisende Gestaltung ein.

Mit freundlichen Grüßen

Margarete Bause