Ihre Aussage u.a.: "Bei der Jagd lernt man Ehrfurcht vor der Schöpfung". Basiert Ihre Freude an der Jagd nun durch die Schöpfung an sich, oder dadurch, dass Sie darauf schiessen dürfen?
Sehr geehrter Herr A.,
vielen Dank für Ihre Anfrage über abgeordnetenwatch.de.
Meine Aussage, dass man bei der Jagd Ehrfurcht vor der Schöpfung lernt, ist sehr bewusst gewählt. Für mich bedeutet Jagen nicht das bloße Erlegen eines Tieres. Jagen heißt, Verantwortung zu übernehmen – für Wildbestände, für den Wald und für das Gleichgewicht in unserer Kulturlandschaft.
Wir leben nicht in einer unberührten Wildnis, sondern in einer vom Menschen geprägten Landschaft. Natürliche Regulierungsmechanismen, wie sie früher durch große Beutegreifer bestanden, sind vielerorts nicht mehr oder nicht ausreichend vorhanden. Hege und Pflege sind deshalb zentrale Bestandteile der Jagd. Es geht darum, ein ökologisches Gleichgewicht sicherzustellen, wo es auf natürliche Weise nicht mehr gegeben ist – zum Schutz des Waldes, zur Vermeidung von Wildschäden und letztlich auch im Interesse gesunder Wildbestände.
Ehrfurcht vor der Schöpfung entsteht für mich gerade aus dieser Verantwortung heraus: aus dem Wissen um die Zusammenhänge in der Natur, aus dem Respekt vor dem Leben und aus dem Bewusstsein, dass jedes erlegte Tier ein Eingriff ist, der sorgfältig abgewogen werden muss. Freude an der Jagd speist sich für mich nicht aus dem „schießen dürfen“, sondern aus dem Naturerlebnis, aus der intensiven Beobachtung und aus der verantwortungsvollen Aufgabe, die mit ihr verbunden ist.
Jagd ist für mich gelebter Naturschutz und Ausdruck von Verantwortung gegenüber der Schöpfung, aber niemals Selbstzweck.
Freundliche Grüße
Manuel Hagel MdL

