Kerstin Griese MdB
Kerstin Griese
SPD

Frage an Kerstin Griese von Fronfgvna Onhre bezüglich Gesellschaftspolitik, soziale Gruppen

14. September 2009 - 14:43

Sehr geeherte Frau Griese,

Sie meinen in der Antwort an Frau Schüle, Sie kennen keine seriöse Studie die behauptet häusliche Gewalt ginge genauso häufig von Frauen wie von Männern aus. Diese Behauptung finde ich persönlich überheblich, nicht nur weil es sich darum um zahlreiche Studien handelt. Das ist jedoch nicht meine Frage.

Beim BMFSFJ findet man keine Studien zur häuslichen Gewalt ausgehend von Frauen. Man findet auch keine repräsentative Studie zur Gewalt gegen Männer sondern nur eine nicht-repräsentative Pilotstudie. Hingegen findet man die Studie "Gewalt gegen Frauen in Paarbeziehungen". Ein klares Bild kann sich daraus nicht ergeben, wer am meisten von Gewalt betroffen ist und von wem sie ausgeübt wird. Hierzu ist meine Frage, was tut das BMFSFJ um diese Datenlücken zu schließen?

Wie man dem Organigramm des BMFSFJ entnehmen kann existiert nur ein Referat "Schutz von Frauen vor Gewalt". Da man aufgrund der Datenlage nicht ablesen kann, dass nur Frauen von Gewalt betroffen sind, ist es für mich unbegreiflich warum dieses Referat nur Frauenbezogen ist. Warum gibt es kein allgemeinens Referat "Schutz von Menschen vor Gewalt"?

mfg Sebastian Bauer

Frage von Fronfgvna Onhre
Antwort von Kerstin Griese
14. September 2009 - 19:24
Zeit bis zur Antwort: 4 Stunden 40 Minuten

Sehr geehrter Herr Bauer,

„Schutz von Menschen vor Gewalt“ ist in der Politik durchaus ein großes Thema - es ist jedoch zu allererst in den Ressorts Inneres und Justiz angesiedelt. Gerade nach den schrecklichen Vorfällen auf einem Münchener S-Bahnhof wird dies auch in den nächsten Tagen ein wichtiger Diskussionspunkt sein. Vorbeugung muss noch mehr in den Mittelpunkt rücken, damit sich solche schockierenden Taten hoffentlich nie wiederholen.

Männer sind überdurchschnittlich häufig Opfer von Gewalt, und sie sind überdurchschnittlich oft unter den Tätern. Das ist ein bekanntes Phänomen und ist auch der Politik und der Bundesregierung bekannt. Deshalb kann keine Rede davon sein, dass Männer nicht ausreichend berücksichtigt werden.

Tatsache ist, dass bei häuslicher und sexualisierter Gewalt Frauen und Kinder überdurchschnittlich oft die Opfer sind. Deswegen halte ich es für richtig, wenn sich das Familienministerium - ergänzend zu den Maßnahmen der Innen- und Rechtspolitik - darum gezielt kümmert. Dabei erscheint es mit dringend, noch mehr für die betroffenen Kinder zu tun. Die SPD wird in der nächsten Legislaturperiode ein neues Kinderschutzgesetz auf den Weg bringen, das für verbesserte Hilfen und ein frühzeitiges Eingreifen sorgt.

Ihre Frage zur Datenerhebung durch das Familienministerium kann ich nicht beantworten. Ich möchte Sie bitten, diese direkt an das Ministerium - http://bmfsfj.de/bmfsfj/generator/BMFSFJ/Service/kontakt.html - zu richten.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Griese