Kerstin Griese MdB
Kerstin Griese
SPD

Frage an Kerstin Griese von Urytn Züyyre bezüglich Familie

08. September 2009 - 12:33

Sehr geehrte Frau Griese,

da Sie im Familienausschuß sind , richte ich meine Fragen an Sie:
Warum sind die deutschen Jugendämter keiner übergeordneten Instanz rechenschaftspflichtig ?
Warum werden in Deutschland immer mehr Kinder den Eltern weggenommen- wie kürzlich erst der Familie Hecht aus Ansbach)?
Warum dürfen in unserem Lande Personen wie W. Fthenakis (KEIN DEUTSCHER RICHTER WÜRDE UNS WIDERSPRECHEN..) und Roland Berger ( FAMILIE MACHT GEWINN) das BMFSFJ beraten?
Ist die Familie die letzte Ressource in unserer Gesellschaft , um eine gewisse Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Heimbetreiber, Gutachter, Juristen , Beobachter und Verwalter zu sichern?
Wieviel Geld gibt unsere Regierung an die vielfältigesten Vereine und Initiativen ab, die sich irgendwie mit Kindern und Familie beschäftigen?

Freundliche Grüße aus Thüringen von Frau Helga Müller

Frage von Urytn Züyyre
Antwort von Kerstin Griese
12. September 2009 - 09:32
Zeit bis zur Antwort: 3 Tage 20 Stunden

Sehr geehrte Frau Müller,

abgeordnetenwatch.de schätze ich als eine Plattform für eine sachliche Diskussion. Mit Ihren polemischen Fragen, die Sie hier zum immer gleichen Thema an Abgeordnete verschiedener Parteien stellen, erwecken Sie leider gar nicht den Eindruck, dass Ihnen an einem konstruktiven Meinungsaustausch gelegen ist. Deswegen möchte ich hier nur auf einen Punkt eingehen.

Dass es eine leicht steigende Tendenz gibt, Kinder bei akuter Kindeswohlgefährdung aus der Familie herauszunehmen, ist eine Folge erhöhter Sensibilität der Jugendämter. Und das ist gut so. Denn jeder Fall von schwerer Vernachlässigung, der in den letzen Jahren zum Tod des Kindes geführt hat, war ein Fall zu viel. Jugendämter haben gemerkt, dass sie noch mehr als zuvor Partei für das betroffene Kind ergreifen müssen. Und dabei ist es wichtig, dass sie nicht unter dem Diktat knapper kommunaler Kassen arbeiten. Die Heimunterbringung eines Kindes ist teuer – aber es ist manchmal die Rettung für ein Kind. Leider wurden in den letzten Jahren oder Jahrzehnten zu oft dort gespart, wo es um konkrete Hilfe für die Menschen geht und durch Stelleneinsparungen Effizienzsteigerungen erzielt werden sollten. Die Kinder- und Jugendhilfe musste darunter besonders leiden. Das muss sich ändern. Ein modernes Gemeinwesen, das seinen Zusammenhalt bewahren will, kommt ohne einen starken, zupackenden und gut ausgestatteten Sozialstaat nicht aus.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Griese