Gilt der CDU-Moralkompass nur für politische Gegner?
Sehr geehrte Frau Gebauer,
beim Troisdorfer CDU-Wahlkampfauftakt betonte Alexander Biber (CDU Troisdorf), die CDU folge einem klaren Werte- und Moralkompass, strebe „gesellschaftlichen Konsens“ an, rede „mit den Menschen“ und mache „keine Klientelpolitik“. In Troisdorf wirkt dieses Bild jedoch arg widersprüchlich: Beim Thema Ortsvorsteher fährt Ihre Partei eine recht konfrontative Kampagne gegen SPD und Grüne mit Begriffen wie „Hinterzimmerpolitik“. Zugleich fehlt bis heute jede öffentliche Einordnung eines Falls mutmaßlich strafbaren Verhaltens eines CDU-Kandidaten, dokumentiert in sozialen Medien. Wie wollen Sie und Herr Biber sicherstellen, dass der von Ihnen eingeforderte Werte- und Moralkompass auch innerhalb der eigenen Reihen konsequent angewendet wird - und nicht nur bei politischen Gegnern? Oder gilt der von Ihnen propagierte Werte- und Moralkompass in Troisdorf nur so lange, wie er parteipolitisch nützlich ist?

Sehr geehrter Herr T.,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Die öffentliche Auseinandersetzung mit politischen Entscheidungen und Positionen ist ein wichtiger Bestandteil unserer Demokratie. Unterschiedliche Bewertungen und Perspektiven gehören dazu – ebenso wie der Anspruch, sich an einem gemeinsamen Wertefundament zu orientieren.
Ich nehme Ihre Kritik und Ihre Erwartung an politisches Handeln ernst. Integrität, Fairness und ein respektvoller Umgang – auch im politischen Wettbewerb – bleiben für mich zentrale Leitlinien.
Mit freundlichen Grüßen
Katharina Gebauer