Ich bin im April 1967 geboren, arbeite seit 1985 ununterbrochen mal im Einzelhandel und die letzten 25 Jahre als Sachbearbeiter im Büro. Bei uns in der Firma gibt es atz, was wird passieren
Sehr geehrte Frau dröge, was passiert, wenn man einfach auch nicht mehr kann, weil 8 Stunden in den Computer schauen, mehrsprachig zu arbeiten, Termindruck zu haben, was passiert mit Menschen, die mit 65 in Rente gehen müssen, weil sie einfach mental nicht mehr schaffen? Meine Firma bietet vier Jahre Altersteilzeit an, aber auch das soll wohl abgeschafft werden.Ich hab keine Kinder ich hab immer durchgearbeitet und jetzt bekomme ich das Vertrauen, was ich in die deutschen Parteien gegeben hab um die Ohren geschlagen, weil die abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren abgeschafft werden soll. Was raten Sie mir? Finanziell kann ich mir nicht leisten, vier Jahre früher in Rente zu gehen mit diesen Abschlägen . Mit freundlichen Grüßen, Manuela
Liebe Frau B.,
vielen Dank für Ihre Nachricht! Wir haben großen Respekt vor Ihrer Lebensleistung und nehmen die herausfordernde Lage, in der Sie sich jetzt befinden, sehr ernst.
Sehr gut verstehen wir, dass die angekündigten Reformen zur Altersteilzeit und der Abschaffung der "Rente mit 63" zu Verunsicherung führen. Auch wir wissen derzeit nicht, welche konkreten Gesetze die Bundesregierung vorlegen wird und welche Übergangsfristen vorgesehen sind.
Sollte sich die Bundesregierung für eine Abschaffung der "Rente mit 63" entscheiden, braucht es einen Vertrauensschutz, also eine Übergangszeit, damit sich Menschen wenige Jahre vor ihrer Rente auf die Änderungen einstellen können. In der Vergangenheit waren es oft 5 Jahre, mehr ist aber auch möglich. Wir Grüne werden uns im parlamentarischen Verfahren dafür einsetzen, denn Menschen müssen verlässlich planen können.
Bezüglich der Altersteilzeit hat die Rentenkommission sich nicht für eine komplette Abschaffung ausgesprochen, sondern empfiehlt, das sogenannte "Blockmodell" zu streichen. Altersteilzeit im "Gleichverteilungsmodell", also einer kontinuierlichen Reduzierung der Arbeitszeit bis zum Renteneintritt wäre demnach weiterhin möglich.
Wir setzen uns außerdem dafür ein, dass die "Rente mit 63" nicht einfach nur abgeschafft wird. Wir sprechen uns für eine sogenannte "Überlastungsschutzrente" aus (ähnlich der vorgesehenen Härtefallregelung in den Empfehlungen der Rentenkommission). Sie ist für Menschen gedacht, die ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausführen können, aber „zu gesund“ für eine Erwerbsminderungsrente sind. Auch sie könnten dann früher, aber abgesichert, aus dem Erwerbsleben aussteigen.
Viele Grüße
Team Dröge