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Katharina Beck
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Frage von Burhan Arda D. •

Statt Reichensteuer: Sind Sie für eine verpflichtende Investition Superreicher in einen staatlich regulierten Wachstumsfonds?

Sehr geehrte Frau Beck,

Wären Sie bereit, eine Alternative zur Reichensteuer zu unterstützen, bei der Superreiche (z. B. ab 50 Mio. €) 5-20 % ihres Vermögens in einen staatlich regulierten Wachstumsfonds investieren? Statt als Steuer zu verschwinden, fließt das Kapital gezielt in die deutsche Wirtschaft (Mittelstand, Infrastruktur, Innovation), wird von Finanzexperten verwaltet und wirft Renditen ab. Kapitalflucht wird durch internationale Abkommen und Mindesthaltefristen verhindert, Bürokratie durch KI und Automatisierung minimiert. Der Staat könnte bei strategischen Investitionen, Unternehmensgründungen oder Notfällen eine frühere Kapitalfreigabe ermöglichen. Auch Bürger könnten investieren und von Ausschüttungen profitieren. So entsteht ein Win-Win: Reiche behalten ihr Kapital, die Wirtschaft wächst, der Staat erhält Investitionen ohne Steuererhöhungen, und das Volk kann am Wohlstand teilhaben. Würden Sie eine solche Reform unterstützen?

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Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Sehr geehrter Herr D.,

herzlichen Dank für Ihre Nachricht und die sehr überlegte Idee zur alternativen Ausgestaltung einer Vermögensbeteiligung von Hochvermögenden an unserer Gesellschaft. Es freut mich sehr, wenn Bürgerinnen und Bürger sich so engagiert mit Fragen der Gerechtigkeit und wirtschaftlichen Entwicklung auseinandersetzen.

Ihr Vorschlag, einen staatlich regulierten Wachstumsfonds einzurichten, in den sehr vermögende Personen einen Teil ihres Kapitals investieren sollen, anstatt es in Form einer Steuer abzuführen, enthält spannende Ansätze. Die Verbindung von gezielten Investitionen in Mittelstand, Infrastruktur und Innovation mit sozialer Teilhabe und Kapitalerhalt finde ich sehr interessant und knüpft auch an meinen Anspruch an, Gelder gezielt dorthin zu lenken, wo wir sie für die so wichtige Transformation unserer Wirtschaft und Gesellschaft brauchen.

Es ist mir wichtig, dass Wohlstand gerechter verteilt wird und sich sehr hohe Vermögen an der Finanzierung des Gemeinwohls in fairer Weise beteiligen – sei es über eine Vermögensabgabe, eine Reform der Erbschaftsteuer oder andere Modelle, über die wir diskutieren sollten. Entscheidend ist dabei auch, dass die Maßnahmen sozial ausgewogen, demokratisch kontrolliert und ökologisch verantwortlich gestaltet sind. 

Ein staatlich regulierter Fonds kann – wenn er klug konzipiert ist – durchaus ein ergänzendes Instrument sein, um privates Kapital für gesamtgesellschaftliche Ziele zu mobilisieren. Ob dies eine tragfähige Maßnahme darstellt, müsste sorgfältig geprüft werden, insbesondere ob verfassungsrechtliche Gründe, wie die Eigentumsgarantie oder die Budgethoheit des Parlaments nicht dagegen sprechen.

Ich habe mich gefreut, dass Sie sich an mich gewandt haben und hoffe, dass ich Ihnen mit meiner Antwort weiterhelfen kann. Der Austausch mit Bürger*innen ist mir wichtig und kostbar. Wenn Sie regelmäßig über meine Arbeit in Hamburg und Berlin informiert werden möchten, können Sie sich gerne hier für meinen Newsletter anmelden. 

Herzliche Grüße
Katharina Beck

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