Liebe Frau Beck, sind Sie für die Koppelung der Alterserwartung an das Renteneintrittsalter?
Sehr geehrte Frau S.,
vielen Dank für Ihre Frage, die bestimmt viele Bürgerinnen und Bürger umtreibt. Denn viele Menschen schaffen es schon jetzt aus gesundheitlichen Gründen nicht, bis zum regulären Renteneintrittsalter zu arbeiten. Eine pauschale Koppelung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung befürworte ich deshalb nicht. Für einen Professor zum Beispiel wäre es recht leicht, länger zu arbeiten. Aber Menschen mit körperlich sehr anstrengenden Berufen, beispielsweise Krankenschwestern, schaffen es oft gar nicht, bis 67 zu arbeiten. Die Regelung könnte also die Ungleichheit zwischen den Berufen noch verschärfen. Diejenigen, die hart arbeiten und es nicht schaffen, bis zum regulären Renteneintrittsalter fit genug zu bleiben, um ihren Beruf auszuüben, müssten Rentenkürzungen in Kauf nehmen.
Für uns Grüne liegt deshalb der Schwerpunkt erst einmal darauf, die Rahmenbedingungen zu schaffen, dass Menschen überhaupt bis 67 arbeiten können. Dazu haben wir als Fraktion auch einen Antrag in den deutschen Bundestag eingebracht, über den Sie sich hier ausführlicher informieren können: https://www.gruene-bundestag.de/unsere-politik/fachtexte/gesund-laenger-arbeiten-und-soziale-absicherung-staerken/.
Ich habe mich gefreut, dass Sie sich an mich gewandt haben und hoffe, dass ich Ihnen mit meiner Antwort weiterhelfen kann. Der Austausch mit Bürger*innen ist mir wichtig und kostbar. Wenn Sie regelmäßig über meine Arbeit in Hamburg und Berlin informiert werden möchten, können Sie sich gerne hier für meinen Newsletter anmelden.
Herzliche Grüße
Katharina Beck

