Karin Maag
CDU

Frage an Karin Maag von Fronfgvna Onhre bezüglich Gesundheit

25. Juli 2020 - 09:50

Sehr geehrte Frau Maag,
als Sprecherin der AG Gesundheit möchte ich ihnen Fragen stellen, die im Zuge der BPK mit Frau Daniela Ludwig vor Kurzem aufgekommen sind.
Warum stellt sich die CDU beim Thema Cannabis so quer und beharrt auf alten und offenkundig falschen Scheinfakten?
Ich habe noch nicht einmal erlebt, dass ein CDU/CSU Mitglied die Antwort darauf gegeben hat, warum Alkohol erlaubt bleiben kann während Cannabis verboten bleibt, obwohl unzählige Studien belegen, dass Alkohol um ein Vielfaches gefährlicher ist, als Cannabis. (Vergleich Alkoholtote/Cannabistote)

Wird ein Umdenken in ihrer Partei erst erfolgen, wenn die Jahrgänge älter als 1970 aus dem politischen Geschäft ausgestiegen sind?
Bitte ändern sie ihre Haltung, denn diese gleicht nur einer anderen Partei im Bundestag, nämlich der AFD.
Selbst wenn eine Legalisierung für ihre Partei undenkbar ist, sollten sie zumindest bei den Themen Führerschein/Grenzwerte und bei der Entkriminalisierung dringend einlenken.
Ich danke ihnen vorab für ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüßen
Sebastian Bauer

Frage von Fronfgvna Onhre
Antwort von Karin Maag
31. Juli 2020 - 12:09
Zeit bis zur Antwort: 6 Tage 2 Stunden

Sehr geehrter Herr Bauer,

vielen Dank für Ihre Nachricht vom 24. Juli 2020 zum Thema Cannabis.

Cannabis ist eine berauschende Substanz, deren Konsum gesundheitsgefährdend ist. Regelmäßiger Cannabis-Konsum hat fatale Auswirkungen auf die körperliche und geistige Entwicklung junger Menschen. Die Legalisierung von Cannabis ist und bleibt hier gesundheitspolitisch das völlig falsche Signal.

Die Argumentation, auf die Sie wahrscheinlich anspielen, dass Alkohol ebenfalls gesundheitsschädlich ist, greift hier nicht. Die Gefahr, die von einem gesundheitlich riskanten Konsum von Alkohol in Deutschland ausgeht, nehme ich als Gesundheitspolitikerin ebenfalls sehr ernst. Alkoholbedingte Schäden zu reduzieren, liegt in der Verantwortung von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Die Bundesregierung setzt in der Alkoholprävention auf ein Bündel von Maßnahmen. Gesetzliche Beschränkungen gehören ebenso dazu wie Aufklärungskampagnen über die Gefahren des riskanten Alkoholkonsums.

Die Schlussfolgerung von der Gefahr, die vom missbräuchlichen Alkoholkonsum ausgeht, auf eine Legalisierung von Cannabis zu schließen, kann ich nicht nachvollziehen. Der Gesundheitsschutz der Bevölkerung ist für mich als Gesundheitspolitikerin ein hohes Gut. Vor diesem Hintergrund kann ich Ihnen keine grundsätzliche Änderung der Gesetzeslage in Aussicht stellen.

Mit freundlichen Grüßen
Karin Maag