Sind sie für die für oder gegen die Koppelung des Rentenalters an die Lebenserwartung?
Sehr geehrte Frau Nagel,
diese Frage beschäftigt sicher viele in unserem Land und ich würde gerne Erfahren, wie sie dazu stehen?
Wir als Linke lehnen die Anhebung des Renteneintrittsalters und dessen Verknüpfung mit der Lebenserwartung ab. Aktuelle Studien zeigen: Die Lebenserwartung ist im Bundesdurchschnitt zwischen 2011 und 2024 lediglich um 0,08 Jahre gestiegen – kaum messbar. Wer die Regelaltersgrenze daran koppeln will, ignoriert die realen Lebensverhältnisse vieler Menschen.
Menschen, die körperlich hart arbeiten – ob auf dem Bau, in der Pflege oder am Fließband – haben eine kürzere Lebenserwartung und bekommen damit schlicht weniger Rente. Sie zahlen ein Leben lang ein, oft unter enormer körperlicher Belastung, und sollen nun noch länger arbeiten. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass jeder vierte Arbeitnehmer vorzeitig in Rente gehen möchte, obwohl dies mit teils hohen Abschlägen verbunden ist.
Wer Rentengerechigkeit ernst nimmt, muss anerkennen: Nicht alle Menschen altern gleich.
Wir fordern als Linke dagegen:
- ein Renteneintrittsalter von 65 Jahren statt 67 Jahren
- Eine abschlagsfreie Rente ab 60 nach 40 Beitragsjahren
- Die Einbeziehung aller Erwerbstätigen in die gesetzliche Rentenversicherung, darunter auch Beamte, Selbstständige, Manager und Abgeordnete

