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Julia Schneider
BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN
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Frage von Tabea R. •

Was tun Sie für die psychotherapeutische Versorgung von Kindern & Jugendlichen im Zshg. mit den aktuellen Honorarkürzungen? Junge Menschen in akuten Krisen benötigen verlässliche und schnelle Hilfe.

Studien zeigen, dass etwa jedes 5. Kind/Jugendliche*r psychische Auffälligkeiten zeigt. Gleichzeitig warten Familien nicht selten 1/2 Jahr auf einen Therapieplatz. Parallel dazu sind die stationären Behandlungszahlen gestiegen. Besonders alarmierend ist, dass Suizid die zweithäufigste Todesursache im Jugendalter darstellt. Diese Entwicklungen verdeutlichen den enormen Versorgungsbedarf und selbst in Berlin stößt das System schon lange an seine Grenzen.

Mit Sorge habe ich die Honorarkürzungen in der ambulanten PT zur Kenntnis genommen. Als KJP behandele ich etwa 50 % gesetzlich Versicherte. Viele finden keinen Therapieplatz innerhalb des Systems. In Verzweiflung wenden sie sich an mich trotz unklarer Kostenübernahme.

Honorarkürzungen senden ein fatales Signal. Ich appelliere daher an Sie, Maßnahmen zu ergreifen, die die ambulante Versorgung stärken.

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Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Liebe Frau R.,

ich halte die aktuellen Honorarkürzungen für Psychotherapeut:innen für einen schwerwiegenden Fehler. Aber nicht nur das: Auch einige Maßnahmen aus dem Beitragstabilisierungsgesetz, wie die Streichung der Extrabudgetierung, sollten sie kommen, sind eigentlich untragbar. Sie treffen zum einen eine Berufsgruppe, die ohnehin unter enormem Druck arbeitet, die unter den ärztlichen Berufen am schlechtesten bezahlt ist und in der drei Viertel Frauen arbeiten. Zudem gefährden diese Kürzungen die Versorgung von Menschen, die dringend Unterstützung brauchen – besonders Kinder und Jugendliche in akuten Krisen. Die gesellschaftlichen Folgen wären dramatisch: Unbehandelte psychische Erkrankungen sorgen für großes Leid und belasten die Gesundheit und den Lebenslauf der Erkrankten, ihre Zukunft maßgeblich. 

In Pankow habe ich mich deswegen direkt an die niedergelassenen Psychotherapiepraxen gewandt, meine Sorge geteilt und ein Gesprächsangebot gemacht. Die Resonanz war groß. Es haben sich viele Therapeut:innen zurückgemeldet, sodass ich einen Zoom-Austausch mit meiner Kollegin im Bundestag Dr. Kirsten Kappert-Gonther organisiert habe. Sie ist Gesundheitspolitikerin und selbst Psychotherapeutin – früher mit eigener Praxis. Sie konnte also sehr gut aus eigener Erfahrung sprechen und erklären, welche Hebel wir haben. 

Was wir als Bündnis 90/Die Grünen tun: 

Wir nutzen die parlamentarischen Mittel, die wir als Oppositionspartei zur Verfügung haben: So haben wir noch im März einen Eilantrag eingebracht, in dem wir u. a. eine Anpassung der Bedarfsplanung für Kinder und Jugendliche fordern – diese werden aktuell nicht extra erfasst. Den Antrag finden Sie hier: https://dserver.bundestag.de/btd/21/049/2104954.pdf <https://dserver.bundestag.de/btd/21/049/2104954.pdf

Wir können nicht direkt Einfluss auf die Honorarkürzungen nehmen, weil diese vom Erweiterten Bewertungsausschuss festgelegt werden, und dieser soll bewusst unpolitisch sein. Die Einzige, die das „beanstanden“ kann, ist Bundesgesundheitsministerin Nina Warken. Sie darf das tun, wenn deutlich wird, dass die Berechnungsgrundlagen fehlerhaft oder nicht umfassend sind. Aus unserer Sicht ist das gegeben und wir hoffen sehr, dass sie die Entscheidung beanstanden wird.

Auf den Eilantrag hin fand Ende Mai eine Expertenanhörung im Gesundheitsausschuss statt – u.a. mit Josef Hecken (unparteiisches Mitglied im Gemeinsamen Bundesausschuss), der sich mittlerweile klar pro Psychotherapie äußert. Die Anhörung kann hier nachgeschaut werden: https://www.bundestag.de/ausschuesse/gesundheit/anhoerungen/1174432-1174432 <https://www.bundestag.de/ausschuesse/gesundheit/anhoerungen/1174432-1174432>

Ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass die Honorarkürzungen zurückgenommen werden und die psychotherapeutische Versorgung – gerade für Kinder und Jugendliche – auf verlässliche Beine gestellt wird.

Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihr Engagement. Mehr zu meiner Arbeit finden Sie auf meiner Website <http://www.juliaschneider.info> , auf Instagram <https://www.instagram.com/juli.schnei/>  oder auf Bluesky <https://bsky.app/profile/juliaschnei.bsky.social> . 

Herzliche Grüße

Julia Schneider

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