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Jan-Marco Luczak
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Frage von Verena S. •

Wie stehen Sie zu den bereits bestehenden und noch weiter geplanten empfindlichen Kürzungen im Bereich der Psychotherapie?

Sehr geehrter Herr Luczak,

ich bin niedergelassene Psychologische Psychotherapeutin und behandle schwerpunktmäßig Personen mit schweren psychischen Erkrankungen (Borderline, komplexe Traumafolgestörungen). Meine Warteliste für einen Therapieplatz ist lang - die Menschen warten mind. 1 Jahr, bis eine Therapie beginnen kann. Seit 1.4.26 verdiene ich für meine hochqualifizierte Arbeit bereits 4,5% weniger und muss daher bereits jetzt damit beginnen, frei werdende Therapieplätze an Privatversicherte anstatt an GKV Patienten zu vergeben, um die Einbußen zu kompensieren. Mit der nun im Beitragsstabilisierungsgesetz angedachten Budgetierung psychotherapeutischer Leistungen werden weitere tausende Therapieplätze wegfallen, die dringend benötigt werden - die Versorgung ist durch die geplanten Schritte massiv gefährdet.

Ich bitte Sie daher, sich mit den Folgen der geplanten Kürzungen differenziert auseinanderzusetzen und sich dezidiert gegen den Gesetzesentwurf zu positionieren.

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Antwort von CDU

Sehr geehrte Frau S.,

vielen Dank für Ihre E-Mail und dass Sie sich mit Ihrer Sorge um die psychotherapeutische Versorgung im Zuge der anstehenden GKV-Reform an mich gewandt haben. Ich kann diese Sorge sehr gut nachvollziehen. Auch mir liegt eine gute, wohnortnahe und verlässliche psychotherapeutische Versorgung sehr am Herzen. Gerade Menschen mit psychischen Erkrankungen sind auf einen zeitnahen Zugang zu qualifizierter Behandlung angewiesen. Die psychotherapeutischen Praxen leisten dabei unter hohem Druck und angesichts langer Wartelisten sehr viel. Deshalb nehme ich Ihr Anliegen sehr ernst.

Gleichzeitig stehen wir vor enormen finanziellen Herausforderungen in der gesetzlichen Krankenversicherung. Seit Ende 2023 hat sich die Lage erheblich verschärft. Der durchschnittlich erhobene Zusatzbeitragssatz lag 2022 noch bei rund 1,4 Prozent und betrug zum 1. Januar 2025 bereits etwa 2,9 Prozent. Für das Jahr 2030 werden Deckungslücken von bis zu 40 Milliarden Euro erwartet. Ohne Reformen würden die Beiträge weiter steigen und damit besonders die Mitte unserer Gesellschaft belasten. Das will ich nicht. Denn ein leistungsfähiges Gesundheitssystem braucht nicht nur eine gute Versorgung, sondern auch eine dauerhaft tragfähige Finanzierung.

Um unser Gesundheitssystem dauerhaft finanzierbar und leistungsfähig zu erhalten, braucht es daher eine Reform, die ehrlich an die Strukturen herangeht. Das ist eine enorme Herausforderung. Sie kann nur in einer gemeinsamen Kraftanstrengung bewältigt werden. Hersteller, Krankenkassen, Beitragszahlerinnen und Beitragszahler, Versicherte sowie Patientinnen und Patienten müssen dabei einbezogen werden. Dabei geht es nicht darum, Versorgung pauschal zu kürzen. Es geht darum, vorhandene Mittel besser einzusetzen, Doppelstrukturen zu vermeiden, Abläufe zu verbessern und die Versorgung dort zu stärken, wo sie für die Menschen besonders wichtig ist. Entscheidend ist aus meiner Sicht: Reformen müssen fair, ausgewogen und mit Blick auf die Versorgungssicherheit gestaltet werden.

Ich teile ausdrücklich Ihr Anliegen, dass die psychotherapeutische Versorgung stark bleiben muss. Gerade angesichts des steigenden Bedarfs und der bereits heute langen Wartezeiten dürfen wir die psychotherapeutischen Praxen nicht aus dem Blick verlieren. Eine Reform darf am Ende nicht dazu führen, dass Patientinnen und Patienten schlechter versorgt werden oder dringend benötigte Therapieplätze verloren gehen. Im Gegenteil: Eine gute Reform muss dazu beitragen, dass auch künftig eine verlässliche und bedarfsgerechte psychotherapeutische Versorgung gewährleistet bleibt.

Für Ihre Hinweise danke ich Ihnen noch einmal sehr herzlich. Die Belange der psychotherapeutischen Praxen und ihrer Patientinnen und Patienten behalten wir im Reformprozess gern im Blick.

Herzliche Grüße

Jan-Marco Luczak

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