Sehr geehrte Frau Reichinnek, welche Rolle spielt gegenwärtig Antisemitismus innerhalb der LINKEN?
ich beziehe mich auf zwei Redebeiträge auf dem Parteitag in Potsdam: Vered Berman, die den Kampf gegen Antisemitismus als "linke Pflicht" sieht (sie hat ihre Mutter beim Überfall der Hamas verloren): https://www.youtube.com/watch?v=MZrgfMZNJ3Y und Aida Touma-Slima, die Israel Genozid und Völkermord vorwirft und die den Terrorüberfall der Hamas mit keinem einzigen Wort erwähnt bzw. als Angriff relativiert (u.a. "Faschisten, die die Rache für den Angriff vom 7. Oktober zum Schlachtruf für einen Völkermord gemacht haben"; "das ist Apartheid ... Faschismus"): https://www.youtube.com/watch?v=Z5UMuDLgJ7I --> 1:22:56 bis 1:37:25
Sehr geehrte Frau G.,
Wir stehen solidarisch an der Seite aller Menschen, die in Deutschland - 81 Jahre nach der Shoah - von antisemitischer Hetze, Ausgrenzung oder Gewalt betroffen sind. Dabei macht es keinen Unterschied von wo Antisemitismus ausgeht. Jeder Antisemitismus ist zu verurteilen. Dieser Grundsatz ist für uns seit unserer Gründung nicht verhandelbar. Jüdinnen und Juden müssen überall auf der Welt sicher sein. Sie müssen aktiv vor Antisemitismus, Gewalt und Verfolgung geschützt werden, wenn wir wirklich aus der Geschichte gelernt haben wollen. "Nie wieder" darf nicht zu einem ritualisierten Gedenken verkommen. Hierzu haben wir im Juni 2026 einen Beschluss auf dem Bundesparteitag der Linken gefasst, der die Aufgaben der innerparteilichen Arbeit gegen Antisemitismus strukturiert und klar benennt.

