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Heidi Reichinnek
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Frage von Lars P. •

Fau Reichinnek. Was würden Sie gegen die Ausbeutung von Behinderten in deutschen Werkstätten tun? Diese verstoßen sowohl gegen das Recht als auch gegen die UN-Behindertenrechtskonventionen.

Guten Tag. Zum Kontext: Ich bin 80% schwerbehindert und nicht arbeitsfähig. Ich habe jedoch 10 Jahre lang auf dem 1 Arbeitsmarkt gearbeitet und dort nur Diskriminierung und Mobbing aufgrund meiner Behinderung erlebt. Ich habe mich dabei stets dagegen gewehrt, in eine solche Einrichtung gesteckt zu werden. Ich finde, es ist ein Skandal, dass Menschen, die dort Vollzeit für die Wirtschaft arbeiten, nur 1,50 Euro pro Stunde verdienen. Sowohl die EU als auch die UN sehen das deutsche Behindertenwerkstätensystem als menschenrechtswidrig an. Es kann doch nicht sein, dass wir Behinderte im Jahr 2026 immer noch diskriminieren. Diese Orte machen teils Millionen an Gewinnen durch die Ausbeutung von Behinderten und reden sich raus, dass sie den Menschen ja helfen würden, auf den ersten Arbeitsmarkt . Die Statistik zeigt aber deutlich, dass gerade mal 1% der Beschäftigten jedes Jahr auf den Arbeitsmarkt wechsel. Für mehr Infos empfehle ich die Videos vom Neo Magazin und der Anstalt.

MFG

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Antwort von Die Linke

Guten Tag,

wir streben einen wirklich inklusiven Arbeitsmarkt an, in dem Werkstätten für Menschen mit Behinderungen nicht mehr notwendig sind, weil alle Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt Arbeit finden können. Solange das nicht so ist, fordern wir, dass Menschen die in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen arbeiten, mindestens den Mindestlohn erhalten. Außerdem dürfen sie nicht weniger Rechte haben als andere Arbeitnehmer*innen. Denn Sie haben ganz recht. Alles andere verstößt auch aus unserer Sicht gegen die UN-Behindertenrechtskonvention und gegen das Grundgesetz.

Viele Grüße

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