Sehr geehrte Frau Reichinnek! Warum setzen Sie den Sexkauf nicht mit Gewalt gegen Frauen gleich? Es gibt nämlich Studien, die e belegen, dass die Mehrheit von den der Prostitution auf Zwang beruht.
Sexarbeit als solche ist sehr vielfältig. Sie reicht von Formen der Sexarbeit, die von einem hohen Grad an Selbstbestimmung geprägt sind, bis hin zu prekären armuts- und ausbeutungsgeprägten Situationen, die gleichwertige Beachtung verdienen. Die Probleme und Kämpfe von Sexarbeiter*innen sind anders gelagert als die von Betroffenen von Menschenhandel. Die Ausgangslage und Bedarfe sind verschieden, weshalb es verschiedene Lösungen braucht.
Menschen in der Prostitution brauchen Beratungsangebote, Unterstützung, wenn sie sich gegen Missstände wehren wollen und ggf. die Legalisierung ihres Aufenthaltsstatus, damit sie keine Angst haben müssen, abgeschoben zu werden, wenn sie Hilfe suchen. Es muss darum gehen, die Rechte von Sexarbeiter*innen zu stärken, anstatt sie stereotypisch zu Opfern zu erklären. Gleichzeitig müssen jene unterstützt werden, die gegen ihren Willen oder aus wirtschaftlichen Zwängen in der Prostitution tätig sind. Anstatt Stigmatisierung braucht es Akzeptanz und vor allem Arbeitnehmer*innenrechte und soziale Absicherung.
Für alle in der Prostitution tätigen Menschen muss der Schutz der allgemeinen Menschenrechtsverträge gewährleistet werden. Sei es das Recht auf Gesundheit, der Schutz vor Gewalt und Ausbeutung, das Recht auf sichere und faire Arbeitsbedingungen, die Umsetzung des Diskriminierungsverbots oder ein geschlechtsstereotypfreier Zugang zu den eigenen Rechten.

