Könnten Sie sich für Batteriespeicher einsetzen, damit die Menschen nicht in die fossile Kostenfalle rennen.
Guten Tag,
als Linke sprechen wir uns insbesondere für ein dezentrales, 100% erneuerbares Energiesystem in öffentlicher und Bürgerhand aus. Die wesentliche Rahmenbedingung eines 100% erneuerbaren Energiesystems ist, das Strom nicht an jedem Ort und zu jeder Zeit gleich viel Wert ist. Genau hier können Speicher (Großbatterien, Autobatterien, Quartiers- und Heimspeicher) einen wesentlichen Beitrag leisten. Durch ihre Integration lassen sich Strommengen aus den Leistungsspitzen der Ökostromerzeugung in Tageszeiten mit geringer Erneuerbaren-Ausbeute verschieben.
Leider ist Deutschland in Bezug auf die Digitalisierung des Energiesystems weitestgehend Schlusslicht im europäischen Vergleich. Diese ist jedoch Grundvoraussetzung für eine flexible, netzdienliche Nutzung des Erneuerbaren Stroms durch Speicher, für dynamische Stromeinspeise- und Bezugspreise sowie für eine flexible Nachfragesteuerung. Das senkt die Systemkosten und die Kosten von Verbraucherinnen und Verbrauchern zugleich. Doch Stromnetzbetreiber hinken mit ihren Aufgaben seit Jahren hinterher – trotz satter, garantierter Renditen.
Unter Anderem in unserem Positionspapier „Linke Kraftwerksstrategie – Bezahlbar und 100 Prozent erneuerbar“ sowie dem entsprechenden Antrag Bundestags-Drucksache 21/6360 fordern wir daher
- Vorrang von Flexibilität und Speichern vor fossilen Kapazitäten und Wasserstoffkraftwerken: Wir brauchen einen Flexibilisierungs- und Speicherturbo!
- Dezentrale, innovative Lösungen ermöglichen, z.B. das koppeln verschiedener Technologien vor Ort zu einem Verbund (Wind-, Solaranlagen, Speicher, Elektrolyseure und Rückverstromung). Dies kann sowohl netzdienliches Verhalten der Erzeuger als auch die Versorgungssicherheit durch Vollversorgung fördern und somit den Netzausbaubedarf reduzieren. Das spart Kosten.
- Keine Zerstörung des zukünftigen Geschäfts für Speicher- und Flexibilitätslösungen durch Gaskraftwerke ohne Laufzeitbegrenzung
- Transparente Netzplanung in öffentlicher Hand (Einsparungen bei Netzausbaukosten von bis zu 110 Mrd. € allein bis 2037 möglich)
Darüber hinaus sollten Förderprogramme des Bundes für Erneuerbare Energien, Sanierung, Speicher, Wärmepumpen etc. stärker einkommensabhängig ausgestaltet werden z.B. durch die Ausweitung kostengünstiger bzw. zinsfreier Kredite der KfW für einkommensschwache Haushalte. Der einfache, unbürokratische Zugang muss dabei endlich sichergestellt werden. Viel zu viele Menschen sind immer noch vom Zugang ausgeschlossen, weil die Hausbanken die Angebote nicht weiterleiten. Ebenso muss das Dilemma des Vorfinanzierungsprinzips gerade bei einkommensschwachen Haushalten aufgelöst werden.
Viele Grüße

